FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag zeitweise auf den höchsten Stand seit dem 8. Dezember gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde in der Spitze mit 1,0755 US-Dollar gehandelt und lag auch am späten Nachmittag nur knapp unter diesem Niveau. Am Freitag hatte der Euro noch unter der Marke von 1,07 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0715 (Freitag: 1,0632) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9333 (0,9406) Euro.

"Die Unsicherheit um den wirtschaftspolitischen Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump belastet den Dollar auf breiter Front", sagte Stephan Rieke Devisenexperte bei der BHF-Bank. "Die bei seiner Amtseinführung geäußerten aggressiven handelspolitischen Aussagen machen die Märkte nervös." Trump hatte am Freitag seine protektionistischen Grundaussagen wiederholt. Auch am Montag kündigte er hohe Einfuhrzölle für Unternehmen an, die ihre Produktion nach Mexiko verlagern.

"Die Schwäche des Dollar dürfte zunächst anhalten", erwartet Rieke. Die Finanzmärkte würden jetzt auf weitere Entscheidungen von Trump warten. Der Euro werde in diesem Umfeld als Alternative gesucht. Der Dollar ist laut Rieke zudem noch hoch bewertet und habe daher weiteres Abwärtspotenzial.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,086148 (0,86595) britische Pfund, 121,72 (122,47) japanische Yen und 1,0727 (1,0727) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1212,85 (1200,55) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 36 423,00 (36 410,00) Euro./jsl/tos/he