Zürich (awp) - Die Aktien des Industriekonzerns Bucher haben am Donnerstag nach Vorabzahlen einen schweren Stand. In einem allerdings auch schwachen Gesamtmarkt stehen sie stark unter Druck. Analysten sprechen von einem sich abschwächenden Momentum bzw. einem vorsichtigen Ausblick.

Um 10.10 Uhr verlieren die Bucher-Aktien bei überdurchschnittlichen Volumen 9,7 Prozent auf 422,80 Franken. Der Gesamtmarkt SPI notiert gleichzeitig um 0,7 Prozent tiefer.

Die Zahlen zu Umsatz und Auftragseingang kamen ganz leicht unter den Konsensschätzungen zu liegen, was aber kaum der Grund für die Abgaben sein dürfte. Die Gruppe habe es trotz logistischer Herausforderungen geschafft, das starke Auftragsbuch in Umsätze und Gewinne zu überführen, schreibt etwa die ZKB in einem Kommentar. Einzig bei Bucher Emhart Glass hätten Lieferkettenprobleme zu einem spürbaren Umsatzrückgang geführt. Der zuständige Analyst will gar seine Margenschätzungen leicht erhöhen.

Beim Blick aufs neue Jahr bzw. beim Auftragseingang gebe es hingegen unterschiedliche Signale. Während die frühzyklische Bucher Hydraulics selbst nach einer dreistelligen Wachstumsrate im zweiten Quartal im vierten Quartal immer noch 23 Prozent mehr Aufträge erhalten habe, scheine die Dynamik beim grössten Bereich Kuhn Group vorbei zu sein.

Die Bank Vontobel äussert sich ähnlich. Die Auftragsbücher seien zwar voll, aber der Gegenwind nehme zu - insbesondere die nachlassende Geschäftsdynamik und der Margendruck aufgrund von Engpässen bei Komponenten/Arbeitskräften und höheren Rohmaterial- und Frachtkosten. Dies spiegle sich in einem eher vorsichtigen Ausblick für 2022 wider und dürfte zu einer Senkung der Schätzungen führen. Der zuständige Analyst sieht immerhin Spielraum für steigende Dividenden.

Auch Baader Helvea spricht von einem vorsichtigen Ausblick für das Betriebsergebnis 2022 ("zweistellige EBIT-Marge"). Bucher habe auf die viel diskutierten Probleme mit den Lieferketten und den Inflationsdruck verwiesen, heisst es in einem Kommentar. Der zuständige Analyst sieht daher das Risiko von Abwärtsrevisionen, welche die Aktie zumindest für eine gewisse Zeit belasten könnten.

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