FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch mit deutlichen Verlusten in den Handel gegangen. Händler nannten die Möglichkeit einer Kontrolle des US-Senats durch die demokratische Partei als Hauptgrund. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel am Morgen um 0,37 Prozent auf 177,14 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,55 Prozent.

Wahlprognosen deuten derzeit auf die Möglichkeit hin, dass die Demokraten in einer Stichwahl beide zu vergebenden Senatsposten gewinnen könnten. Der Wahlausgang scheint aber sehr knapp zu sein. Sollten beide Sitze an die Demokraten fallen, müsste der designierte US-Präsident Joe Biden mit deutlich weniger Widerstand im Senat rechnen. Er könnte damit seine politische Agenda besser umsetzen.

Erwartet werden in diesem Fall deutlich höhere Staatsausgaben. Dies könnte mit höherem Wirtschaftswachstum, aber auch höheren Inflationsraten einhergehen. Bereits in den vergangenen Tagen sind die Inflationserwartungen an den US-Märkten spürbar gestiegen. Als Folge der Entwicklung ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals sei längerem wieder über die Marke von ein Prozent geklettert.

Neben der Politik stehen zur Wochenmitte zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone werden unter anderem Stimmungsdaten von den Dienstleistern erwartet. Erste Daten aus Spanien fielen besser als erwartet aus. In den USA werden etwa Zahlen vom Arbeitsmarkt veröffentlicht. Am Abend präsentiert die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung./bgf/jkr/mis