Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt hat die zur Eröffnung noch freundliche Stimmung im weiteren Verlauf wieder etwas nachgelassen. Positive Daten, die eine robuste Verfassung der amerikanischen und der chinesischen Wirtschaft zeigten, verloren im weiteren Handelsverlauf ihre Wirkung. Den Kursverlauf drückten vor allem die drei Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche, die im Verlaufe des Vormittaghandels ins Minus rutschten.

Die Marktteilnehmer, die sich am frühen Morgen noch von der auf Rekordniveau geschlossenen US-Börse ansprechen liessen, seien von ihrem seit den letzten Tagen zu beobachtenden vorsichtigen Agieren grundsätzlich nicht abgewichen, meinte ein Händler. Am Nachmittag werden in den USA erneut Konjunkturdaten veröffentlicht, die einen weiteren Beleg für die Robustheit der US-Ökonomie liefern und damit den US-Aktienmarkt befeuern könnten.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12 Uhr 0,03% höher bei 9'442,92 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt um 0,24% auf 1'553,35 Punkte zu, während der breite Swiss Performance Index (SPI) mit 10'863,94 unverändert notiert. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 13 im Minus, 16 im Plus und Sika notieren als einzige unverändert.

Im Fokus liegen unter den Blue Chips Geberit, die mit +5,4% die mit Abstand grössten Kursavancen verzeichnen. Das Sanitärtechnikunternehmen hat mit den Umsatzzahlen für 2017 die Konsenserwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war bei Geberit im Vorfeld der Veröffentlichung der Jahresumsatzzahlen von einer sich anbahnenden Wachstumsenttäuschung die Rede gewesen. Diese Spekulationen hätten sich nun allerdings nicht bewahrheitet.

Auch UBS liegen mit +1,6% gut im Rennen. Für die Valoren haben die Analysten der Credit Suisse das Anlagerating auf "Outperform" angehoben. Nach einer Analyse der globalen Wachstumstrends in der Kategorie der besonders reichen Kunden deuteten die Daten darauf hin, dass die Neugelder in diesem Markt doppelt so stark gewachsen sein könnten, wie es der Konsens derzeit schätze, schreiben die CS-Analysten. Aber auch die CS-Titel erhalten verstärkten Zuspruch und legen 1,0% zu.

Deutliche Avancen verzeichnen daneben auch Dufry (+1,3%), Partners Group (+0,9%) und Swiss Re (+0,8%). Bei Dufry gibt ein Medienbericht zum Grossaktionär HNA zu Reden. Darin zeigt sich der chinesische Mischkonzern zuversichtlich, seinen Finanzengpass zu bewältigen.

Gekehrt hat im weiteren Tagesverlauf die Stimmung bezüglich Roche. Nach anfänglichen Kursgewinnen notieren die in den beiden Vortagen stark gebeutelten Genussscheine wieder im Minus (-0,4%). Die am Montag in einer Finanzzeitung vorsichtigen Äusserungen von CEO Severin Schwan belasten die Titel noch immer.

Auf der Verliererseite verzeichnen Vifor (-2,0%) vor Lonza (-0,9%) und Novartis (-0,7%) die grössten Verluste. Die Novartis-Tochter Sandoz kündigte im Bereich Biosimilars eine globale Zusammenarbeit mit Biocon aus Indien an.

Tiefer gehandelt werden auch Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,5%). Unter den Verlierern befinden sich auch Nestlé (-0,1%), die aber am Vortag nach dem seit langem erwarteten Verkauf des US-Süsswarengeschäfts an die Ferrero-Gruppe zugelegt hatten.

Im breiten Markt stehen nach Zahlen Galenica und Meyer Burger im Rampenlicht. Dabei sind die Aktien von Meyer Burger mit +2,7% mittlerweile etwas zurückgekommen. Der Solarzulieferer konnte die Auftragseingänge deutlich und den Umsatz leicht steigern. Die Bank Vontobel sieht ihre Prognosen im grossen bestätigt und erhöht das Kursziel für die Aktien.

Galenica geben dagegen 0,5% nach, nachdem der Apothekenkonzern mit seinen Umsatzzahlen 2017 eine Punktlandung auf die Erwartungen hingelegt hat. Das Unternehmen, das im April 2017 nach der Aufspaltung an die Börse gegangen war, bestätigt auch die bisherige Dividendenpolitik. Nachrichtenlos schiessen Addex 9,3% hoch.

Zu den Verlierern gehören Temenos mit einem Minus von 1,7%. Goldman Sachs rät trotz eines nach oben revidierten Kursziels neu die Aktien des Bankensoftwarespezialisten zu verkaufen (bisher halten). Die Experten begründen die Rückstufung damit, dass die Titel trotz fundamental positiven Aussichten für das Unternehmen inzwischen hoch bewertet sind.

Noch grössere Abgaben verzeichnen SHL Telemedicine (-4,1%), Air Tech Group (-2,3%) und Inficon (-2,0%).

sig/cp