BERLIN (dpa-AFX) - Die Erlaubnis der Bundesregierung zum begrenzten Einsatz deutscher Waffen durch die Ukraine gegen Ziele in Russland sehen einer Umfrage zufolge viele Deutsche kritisch. Die relative Mehrheit von 43 Prozent der Befragten beurteilt die Entscheidung als (eher) falsch, wie aus einer repräsentativen Insa-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" hervorgeht. 38 Prozent sehen sie als (eher) richtig an.

Acht Prozent sind die Entscheidung egal, weitere acht Prozent können und drei Prozent wollen die Frage nicht beantworten.

Mit der Erlaubnis eines Einsatzes deutscher Waffen auf russischem Territorium vor rund zwei Wochen hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach mehr als zwei Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine einen mit den wichtigsten Bündnispartnern abgestimmten Kurswechsel vollzogen. Er soll vor allem der Abwehr der Angriffe auf die ukrainische Metropole Charkiw von russischem Gebiet aus dienen. Dort hatten russische Truppen jüngst die Angriffe intensiviert und die ukrainischen Verteidiger schwer in Bedrängnis gebracht.

Auf die Frage, ob man befürchte, dass sich Deutschland durch die Unterstützung der Ukraine selbst in sicherheitspolitische Gefahr begebe, antworteten 58 Prozent der Befragten mit (eher) ja. 28 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten (eher nein). 14 Prozent wussten darauf keine Antwort oder machten keine Angabe. Eine relative Mehrheit spricht sich dafür aus, (eher) weniger Waffen an die Ukraine zu liefern. 24 Prozent wollen (in etwa) den gleichen Umfang, 20 Prozent halten (eher) mehr Waffen für angebracht. Den restlichen 15 Prozent ist dies egal, sie gaben an, es nicht zu wissen oder wollten keine Angabe machen./vee/DP/ngu