Das britische Pfund zeigte sich am Mittwoch weitgehend stabil, während Investoren den halbjährlichen Bericht der Bank of England zur Finanzstabilität analysierten und die potenziellen Auswirkungen von Handelskonflikten auf das globale Wirtschaftswachstum abwogen.
Gegenüber dem US-Dollar bewegte sich das Pfund kaum und notierte zuletzt bei 1,35 US-Dollar. Gegenüber dem Euro legte es um 0,17 % auf 86,14 Pence zu.
Weltweit herrschte eine vorsichtige Stimmung, nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Handelskrieg ausgeweitet hatte: Er kündigte einen 50-prozentigen Zoll auf importiertes Kupfer an und stellte weitere Abgaben auf Halbleiter und Pharmazeutika in Aussicht.
Trump erklärte, es werde am Mittwoch Ankündigungen zu ,,mindestens sieben Ländern in Bezug auf den Handel" geben - einen Tag, nachdem er 14 Nationen mitgeteilt hatte, dass sie ab einer neuen Frist am 1. August mit deutlich höheren Zöllen rechnen müssen.
Das Pfund zählte zuletzt zu den größten Profiteuren des Ausverkaufs beim US-Dollar. Hintergrund sind Erwartungen, dass ein globaler Handelskrieg auch der US-Wirtschaft schaden könnte. Großbritannien war zudem die erste Volkswirtschaft, die ein Handelsabkommen mit den USA unterzeichnete, was laut Analysten die Wahrscheinlichkeit neuer Zölle verringert.
Allerdings wurden Marktteilnehmer zuletzt durch das britische Sozialgesetz überrascht, das vergangene Woche verabschiedet wurde. Es schürte die Erwartung, dass die Regierung entweder die Verschuldung erhöhen oder wachstumshemmende Steuern einführen muss, um den Haushalt im Herbst auszugleichen.
„Kurzfristig hat sich die britische Regierung in eine fiskalische Sackgasse manövriert“, sagte Derek Halpenny, Leiter der Marktforschung für EMEA & internationale Wertpapiere bei der MUFG.
„Ohne eine glaubhafte, große Maßnahme bleibt eine Glaubwürdigkeitslücke bestehen, die das Risiko weiterer gefährlicher Marktstörungen erhöht. Scharfe Abverkäufe britischer Staatsanleihen wie zuletzt wirken sich negativ auf das Pfund aus und könnten sehr störend werden.“
Das Pfund hat in diesem Jahr fast 9 % gegenüber dem Dollar zugelegt und steuert auf den stärksten jährlichen Anstieg seit 2017 zu. Fiskalische Sorgen haben die Gewinne jedoch zuletzt begrenzt; die Währung liegt mehr als 1,4 % unter ihrem im laufenden Monat erreichten Hoch seit 2021.
Unterdessen veröffentlichte die Bank of England ihre halbjährliche Bewertung der Risiken für die Finanzstabilität. Sie wies darauf hin, dass die Gefahren für die Finanzmärkte angesichts der US-Zölle weiterhin hoch seien.
Die Notenbank lockerte zudem die Obergrenze für Kredite an risikoreichere Kreditnehmer, nachdem die Regierung die Aufsichtsbehörden aufgefordert hatte, Wege zur Förderung des Wirtschaftswachstums zu suchen - jedoch ohne die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden.



















