Die Bank of Japan (BOJ) wird ihre Bestände an Exchange Traded Funds (ETFs) voraussichtlich schrittweise am Markt veräußern, anstatt andere Optionen wie eine Übertragung an staatliche Stellen in Betracht zu ziehen, so Goldman Sachs am Freitag.

Die Zentralbank hatte von 2010 an über 13 Jahre hinweg ETFs gekauft, um mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik eine stagnierende Wirtschaft wiederzubeleben.

Obwohl die BOJ ihre Käufe im vergangenen Jahr eingestellt hat, hat sie bisher nicht bekanntgegeben, wann und auf welche Weise sie ihre ETF-Bestände im Wert von 37 Billionen Yen (252 Milliarden US-Dollar) abstoßen könnte. Der Marktwert dieser Bestände liegt derzeit bei 70 Billionen Yen.

Für den Fall eines Verkaufs hat die BOJ erklärt, dass sie sich an drei Grundsätzen orientieren werde: Die ETFs sollen zu einem angemessenen Preis veräußert werden, der Verluste für die Bank vermeidet, und der Vorgang soll so gestaltet werden, dass die Auswirkungen auf den Markt minimal bleiben.

"Experten haben verschiedene Optionen vorgeschlagen, etwa eine Übertragung an staatliche Stellen oder an die Öffentlichkeit", heißt es im Bericht von Goldman Sachs zur möglichen Vorgehensweise der BOJ beim Abbau ihrer ETF-Bestände.

"Die Methode, die alle drei Bedingungen erfüllt, ist jedoch wahrscheinlich ein kleinteiliger Verkauf über einen längeren Zeitraum am offenen Markt", so der Bericht weiter.

Um Verluste der BOJ und Auswirkungen auf die Aktienmärkte zu minimieren, wäre es nach Einschätzung von Goldman Sachs sinnvoll, wenn die BOJ ab dem Geschäftsjahr 2026 oder 2027 mit der Veräußerung beginnt und dabei jährlich ETFs im Buchwert von etwas mehr als 600 Milliarden bis zu einer Billion Yen abstoßt.

Der Bericht wurde von Ökonomen von Goldman Sachs verfasst, darunter Akira Otani, ein ehemaliger BOJ-Manager mit Erfahrung als Leiter der Finanzmarktabteilung der Bank.

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda hat angekündigt, dass die Zentralbank noch mehr Zeit benötigt, um zu prüfen, wie sie ihre ETF-Bestände am besten abbauen kann.

($1 = 146,8800 Yen)