Die Europäische Kommission hat am Freitag einen flexiblen Preisdeckel für russisches Öl vorgeschlagen, der 15% unter dem durchschnittlichen Marktpreis von Rohöl der vergangenen drei Monate liegen soll. Das berichteten EU-Diplomaten.
Die Europäische Union und Großbritannien drängen bereits seit zwei Monaten die G7-Staaten, den bestehenden Deckel zu senken, nachdem der Rückgang der Öl-Futures den aktuellen Wert von 60 US-Dollar pro Barrel weitgehend obsolet gemacht hatte. Inzwischen hat sich der Brent-Ölpreis jedoch etwas erholt und lag am Freitag bei 70,36 US-Dollar pro Barrel.
Der G7-Preisdeckel, der Russlands Fähigkeit zur Finanzierung des Kriegs in der Ukraine einschränken soll, wurde ursprünglich im Dezember 2022 vereinbart.
Der neue flexible Deckel würde laut einem der Diplomaten alle drei Monate entsprechend dem Durchschnittspreis angepasst werden.
Die EU-Diplomaten, die nicht öffentlich sprechen durften, betonten, dass technische Details des neuesten Vorschlags noch diskutiert werden müssen. Die Idee scheint jedoch die Bedenken der maritimen EU-Staaten Malta, Griechenland und Zypern zu zerstreuen.
Trotz wiederholter Bemühungen europäischer Führungskräfte hat die US-Regierung einer Senkung des Deckels bislang nicht zugestimmt, weshalb die Europäer nun eigenständig voranschreiten.
Der Preis für russisches Urals-Öl lag am Freitag weiterhin 2 US-Dollar pro Barrel unter der 60-Dollar-Grenze.
Der Deckel verbietet den Handel mit russischem Rohöl, das per Tankschiff transportiert wird, sofern der gezahlte Preis über 60 US-Dollar pro Barrel liegt. Zudem untersagt er Schifffahrts-, Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen weltweit, russisches Rohöl zu transportieren, es sei denn, es wird unterhalb des Preisdeckels verkauft.
Die Kommission hatte im Juni zunächst vorgeschlagen, den Deckel von 60 auf 45 US-Dollar pro Barrel zu senken, als Teil ihres 18. Sanktionspakets gegen Russland.
Der Kreml erklärte am Freitag, er habe gute Erfahrungen darin, Herausforderungen wie einen flexiblen russischen Ölpreisdeckel, der von der EU eingeführt werden könnte, zu bewältigen.
EU-Sanktionen müssen einstimmig von allen Mitgliedstaaten beschlossen werden, um in Kraft zu treten.

















