Die Mailänder Börse eröffnet mit einem leichten Plus und folgt damit dem Trend der übrigen europäischen Märkte. Die Anleger zeigen einen vorsichtigen Optimismus hinsichtlich einer möglichen Einigung zwischen den USA und der EU im Streit um Zölle.

US-Präsident Donald Trump kündigte gestern an, dass er der Europäischen Union innerhalb von zwei Tagen ein Schreiben zukommen lassen werde, in dem der ab dem 1. August geltende Zollsatz festgelegt wird.

Die Märkte reagierten insgesamt verhalten auf Trumps Ankündigung, demnächst Zölle von 50% auf Kupferimporte zu erheben und auf die Androhung von 200% Zöllen auf Pharmazeutika nach einer Übergangsfrist, die mehr als ein Jahr dauern könnte.

Um 9:35 Uhr notiert der FTSE Mib-Index 0,6% im Plus und liegt damit leicht über den wichtigsten europäischen Indizes, was vor allem am höheren Gewicht der Banktitel liegt.

Zu den auffälligsten Gewinnern in den ersten Handelsminuten zählt Prysmian mit einem Anstieg von 2,6%. Analysten zufolge könnte die Einführung eines 50%-Zolls auf Kupferimporte in die USA einen Wettbewerbsvorteil für den Kabelhersteller darstellen, da das Unternehmen über eigene Kupferproduktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten verfügt.

Auch Azimut startet stark in den Handelstag und legt im Sog einer Kaufempfehlung (,,Buy") der Deutschen Bank um fast 3% zu.

Die Banken zeigen sich ebenfalls positiv. Besonders Unicredit steigt um 2% und Banco BPM um 1,6%. Beide setzen damit den Kursanstieg vom Vortag fort, ausgelöst durch Spekulationen über eine mögliche Ablehnung der Anwendung der ,,Golden Power"-Vorgaben auf das Übernahmeangebot (OPS), was die Wetten auf das bisher ruhende Angebot neu entfacht hat.

Rückläufig präsentieren sich hingegen die Luxusgüterwerte: Moncler und Cucinelli verlieren 1,6% beziehungsweise 1,3%. Auch der Automobilsektor steht unter Druck, wobei Stellantis um mehr als einen Prozentpunkt nachgibt.

(Andrea Mandalà, Redaktion: Claudia Cristoferi)