Der britische Leitindex FTSE 100 hat am Mittwoch leicht im Plus geschlossen, während Anleger die Entwicklungen rund um die US-Zollgespräche aufmerksam verfolgten. Gleichzeitig sorgte ein massiver Kurseinbruch bei der Werbefirma WPP für Aufsehen, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose deutlich gesenkt hatte.

Die Aktie von WPP fiel um rund 19 Prozent - der größte prozentuale Tagesverlust seit mehr als drei Jahrzehnten. Hintergrund sind die gekürzte Prognose, der Weggang wichtiger Kunden, geringere Ausgaben anderer Kunden sowie ausbleibende Neuaufträge im Juni.

Der Kursverfall bei WPP belastete den Blue-Chip-Index FTSE 100, der letztlich nur um 0,2 Prozent zulegte.

US-Präsident Donald Trump schürte die Sorgen vor einem sich ausweitenden Handelskrieg, nachdem er am Dienstag mit der Einführung eines 50 Prozent-Zolls auf importiertes Kupfer drohte und bald lang angekündigte Abgaben auf Halbleiter und Pharmazeutika einführen will.

Die Kupferpreise an der London Metal Exchange gaben nach, während in den USA zu einem Aufschlag gehandelt wurde - ein Zeichen dafür, dass die höheren Preise auf der anderen Seite des Atlantiks die Nachfrage dämpfen könnten.

Die britischen Industriemetall-Bergbauwerte verloren 1,9 Prozent. Glencore büßte 2,7 Prozent ein, Anglo American rutschte um 2,5 Prozent ab.

Die Bank of England erklärte in ihrer halbjährlichen Bewertung der Risiken für die Finanzstabilität, dass die Gefahren für die Finanzmärkte trotz einer Entspannung nach der US-Zollpause vom April weiterhin hoch blieben.

Inländische Märkte gerieten in der vergangenen Woche kurzzeitig unter Druck, nachdem die Regierung ihre Pläne zur Kürzung von Sozialleistungen angesichts parlamentarischen Widerstands zurückfahren musste und zeitweise Zweifel an der Zukunft von Finanzministerin Rachel Reeves aufkamen.

Obwohl sich die Märkte seither etwas erholt haben, belasteten die Sorgen um den Welthandel weiterhin die Stimmung.

Der auf den Binnenmarkt fokussierte FTSE 250-Index gab um 0,1 Prozent nach. Der Nutzfahrzeugvermieter ZIGUP stürzte nach schwächeren Jahresergebnissen um 9,4 Prozent ab.

Close Brothers verloren 4,2 Prozent, nachdem der Finanzdienstleister Pläne zur Straffung seines Premium-Finance-Geschäfts vorstellte, um Kosten zu sparen.

Unter den Blue Chips legte British American Tobacco um 2 Prozent zu, nachdem Jefferies die Beobachtung des globalen Tabakmarktes mit einer optimistischen Einschätzung aufnahm und das Unternehmen zum Top-Pick erklärte.