Der britische Leitindex FTSE 100 hat am Donnerstag mit einem Allzeithoch geschlossen, beflügelt durch Kursgewinne bei Bergbau- und Gesundheitsaktien. Anleger ließen sich von den jüngsten US-Zolldrohungen nicht beirren und konzentrierten sich stattdessen auf laufende Verhandlungen.
Der rohstofflastige FTSE 100 stieg um 1,2 % auf 8.975,66 Punkte und übertraf damit sein bisheriges Intraday-Hoch aus dem März.
„Es gibt zahlreiche Private-Equity-Unternehmen, die britische Vermögenswerte im Blick haben und den Investoren signalisieren, dass diese nach wie vor ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten“, erklärte Susannah Streeter, Leiterin für Geld und Märkte bei Hargreaves Lansdown.
„Dass Großbritannien zu den ersten Ländern gehörte, die ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet haben, hat die Stimmung zusätzlich gestärkt.“
Seit Jahresbeginn hat der FTSE 100 um 9,8 % zugelegt und damit sowohl den gesamteuropäischen STOXX 600 mit 8,9 % als auch den US-Index S&P 500 mit 6,7 % übertroffen.
Die Eisenerzpreise erreichten Mehrmonatshochs, und auch Industriemetalle wie Aluminium und Nickel legten zu. Dies sorgte dafür, dass der britische Branchenindex für Industriemetall-Bergbauaktien um 3,7 % zulegte. Auch Edelmetallförderer profitierten, nachdem der Goldpreis angesichts eines schwächeren Dollars leicht gestiegen war.
Gesundheitswerte gewannen an Boden, da Investoren die US-Drohungen von 200 % Zöllen auf Pharmazeutika weitgehend ignorierten. AstraZeneca stieg um 2,6 %, GSK legte um 2,1 % zu.
Auch Anzeichen einer Entspannung zwischen den USA und der Europäischen Union unterstützten die Stimmung, nachdem beide Seiten von guten Fortschritten beim Rahmenabkommen berichteten und ein Deal sogar innerhalb weniger Tage möglich erscheint.
Der stärker auf den britischen Binnenmarkt ausgerichtete FTSE 250, der aufgrund seiner geringen internationalen Ausrichtung weniger von Zollstreitigkeiten betroffen ist, stieg um 0,6 %.
Unter den Einzelwerten legte WPP nach einem fast 19 %igen Kurseinbruch am Mittwoch um 1,1 % zu. Das Unternehmen ernannte am Donnerstag Vorstandsmitglied Cindy Rose zur neuen CEO.
Jupiter sprang um 10,7 % nach oben, nachdem der Vermögensverwalter angekündigt hatte, den kleineren Rivalen CCLA Investment Manager zu übernehmen - Teil einer umfassenderen Konsolidierungswelle in der Fondsbranche.

















