Die Pariser Börse schließt die erste Sitzung der Woche mit einem moderaten Plus von 0,35 % bei 7.723 Punkten. Unterstützt wurde sie dabei insbesondere von Société Générale (+2,8 %) und Hermès (+2,5 %), gebremst jedoch durch Capgemini (-5,6 %) und TotalEnergies (-2,2 %). Zu Beginn einer Woche, die von der Rückkehr handelspolitischer Fragen geprägt sein dürfte, herrscht weiterhin Zurückhaltung.
Jenseits des Atlantiks verliert der Dow Jones 0,7 %, der S&P 500 gibt 0,6 % nach und der Nasdaq Composite sinkt um 0,7 %.
Vorsicht bleibt somit zu Beginn der Woche das Gebot der Stunde, da sich der Stichtag am 9. Juli nähert. Dieser markiert das Ende der 90-tägigen ,,Pause", die von Donald Trump vor der Einführung der - angeblich reziproken - Zölle anlässlich des ,,Liberation Day" angekündigt wurde.
Bis heute haben die USA lediglich zwei Handelsabkommen unterzeichnet (mit dem Vereinigten Königreich und Vietnam) und ein Memorandum of Understanding mit China angekündigt. Die Anleger bewahren dennoch Ruhe und lassen sich von den Äußerungen des US-Finanzministers Scott Bessent auf CNN nicht beeindrucken. Bessent hatte Ländern, die bis zum 1. August kein Abkommen mit Washington geschlossen haben, angekündigt, dass die Zölle auf das Niveau vom April zurückkehren würden.
Allerdings, so Michael Brown, Stratege bei Pepperstone, ,,hat die Trump-Regierung bereits mehrfach bewiesen, dass ihr entweder die Mittel oder der Mut - oder beides - fehlen, um extrem hohe Zölle bis hin zu einem Quasi-Handelsembargo durchzusetzen."
,,Das alles wirkt wie ein Déjà-vu: eine bewährte Strategie des 'viel Lärms um später zurückzurudern'", fügt der Analyst hinzu.
Die Märkte sind inzwischen an diese Strategie gewöhnt, bei der der Druck erhöht wird, um anschließend bessere Verhandlungsergebnisse zu erzielen, und dürften daher ihre Gelassenheit bewahren.
Beobachter rechnen deshalb mit dem Abschluss vorläufiger Abkommen, die Zeit für grundlegende Gespräche verschaffen - eine Taktik, die in Washington mittlerweile gut eingespielt scheint.
Auf der Statistikseite ist das saisonbereinigte Einzelhandelsvolumen im Euroraum zwischen April und Mai um 0,7 % und in der EU um 0,8 % gesunken, wie Eurostat mitteilt. Im Vormonat waren noch Anstiege von 0,3 % bzw. 0,8 % verzeichnet worden.
Unter den EU-Mitgliedstaaten wurden die stärksten Rückgänge in Schweden (-4,6 %), Belgien (-2,5 %) und Estland (-2,2 %) beobachtet, während Portugal (+2,1 %), Bulgarien (+2 %) und Zypern (+1 %) die größten Zuwächse verzeichneten.
Außerdem ist die deutsche Industrieproduktion im Mai im Vergleich zum Vormonat um 1,2 % gestiegen. Der Zuwachs wurde vor allem von der Automobilbranche (+4,9 %), dem Energiesektor (+10,8 %) und der Pharmaindustrie (+10 %) getragen.
,,Zwar wird für das zweite Quartal kein signifikantes Wachstum des realen BIP erwartet, doch dürfte sich dieses in den folgenden Quartalen fortsetzen", kommentiert die Commerzbank, die auf einen Impuls durch die Fiskalpolitik hofft.
Am Anleihemarkt steigen die Renditen der zehnjährigen US-T-Bonds auf 4,38 % (+6 Basispunkte), während die zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,60 % (+4 Basispunkte) und die französische OAT bei 3,32 % (+4 Basispunkte) notieren.
Schließlich klettert der Brent-Ölpreis um 0,8 % auf etwa 69,1 US-Dollar pro Barrel in London, während der Euro gegenüber dem US-Dollar um 0,3 % auf rund 1,173 US-Dollar nachgibt.
Zu den Unternehmensnachrichten aus Frankreich: Crédit Agricole hat den Erwerb des 30,5%-Anteils von Santander an CACEIS abgeschlossen und hält nun 100 % des Kapitals.
Airbus meldet, dass die Malaysia Aviation Group (MAG), Muttergesellschaft von Malaysia Airlines, eine Festbestellung über 20 zusätzliche A330-900 aufgegeben hat. Damit verdoppelt sich die zukünftige A330neo-Flotte der Fluggesellschaft auf 40 Maschinen.
Legrand gibt zwei neue Übernahmen bekannt: Amperio Project, ein Schweizer Spezialist für Stromschienen, sowie Quitérios, ein führender portugiesischer Anbieter von modularen Gehäusen für elektrische und digitale Verteilernetze.
EDF Power Solutions UK, ehemals EDF Renewables, kündigt die Übernahme des Projekts Gate Burton Energy Park in Lincolnshire von Low Carbon an.
Schließlich verzeichnet Société Générale den stärksten Anstieg im CAC 40, begünstigt durch positive Analystenkommentare von RBC, die ihr Kursziel von 45 auf 49 Euro anheben. Der Broker erwartet, dass die für den 31. Juli angekündigten Quartalszahlen als positiver ,,Katalysator" für die Aktie dienen werden, insbesondere durch die Bekanntgabe von Plänen zur Kapitalrückführung.
Copyright (c) 2025 CercleFinance.com - Alle Rechte vorbehalten.
















