Die Pariser Börse legt am Morgen um fast 0,7% zu und notiert bei rund 7930 Punkten. Haupttreiber sind Pernod Ricard (+3,5%), Dassault Systèmes (+2,9%) und Capgemini (+2,2%).

Die Anleger scheinen die Risiken im Zusammenhang mit der Handelspolitik des Weißen Hauses zu relativieren, trotz der Entscheidung von Donald Trump, eine Sonderabgabe von 50% auf brasilianische Produkte, die in die USA importiert werden, zu erheben - bislang lag diese bei 10%.

,,Solche Maßnahmen, ohne klare wirtschaftliche Begründung, zeigen, wie willkürlich die US-amerikanische Zollpolitik geworden ist", betonten Analysten der Danske Bank am Morgen.

Donald Trump bestätigte zudem seine Absicht, ab dem 1. August eine Sonderabgabe von 50% auf Kupferimporte einzuführen, wie er es zu Beginn der Woche angekündigt hatte.

Die Aktienmärkte, die die markigen Aussagen des amerikanischen Milliardärs gewohnt sind, zeigten sich von dieser erneuten Verschärfung der Tonlage wenig überrascht.

Trotz der seit Wochenbeginn anhaltenden Spannungen an den Märkten verzeichnet der CAC 40 somit ein Wochenplus von über 2,3%.

,,Es ist auffällig, wie wenig die Investoren mittlerweile auf schockierende Ankündigungen zu Zöllen reagieren", merken Experten der Danske Bank an.

,,Stattdessen konzentrieren sich die Märkte lieber auf die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen, anstatt sich vom politischen Zirkus mitreißen zu lassen", ergänzt die dänische Bank.

Gestern konnten die US-Aktienmärkte, die zur Halbzeit der Sitzung noch zögerlich agierten, nach Veröffentlichung des Protokolls (,,Minutes") der letzten Fed-Sitzung wieder auf ihren Aufwärtstrend zurückkehren.

Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses betonten, dass sie weiterhin besorgt darüber sind, dass die Handelspolitik der Trump-Administration die Inflation anheizen und den Kurs künftiger Zinssenkungen erschweren könnte.

Sie sind sich jedoch auch einig, dass die inflationsbedingten Effekte der Zölle ,,vorübergehend oder moderat" ausfallen könnten.

Sieben Mitglieder der Fed rechnen 2025 mit keiner Zinssenkung - im März waren es noch vier.

Auf der Statistikseite erfuhren die Anleger heute Morgen die Inflationsrate in Deutschland, gemessen an der Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat. Laut Destatis lag diese im Juni bei +2%, womit die vorläufige Schätzung bestätigt wurde.

Für die Veröffentlichung der neuen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA müssen sich die Märkte noch bis 14:30 Uhr gedulden.

Am US-Anleihemarkt verharren die Renditen der zehnjährigen US-T-Bonds stabil bei etwa 4,34%. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt unverändert bei 2,63%, ebenso wie die der französischen OAT bei 3,35%.

Aus dem Kreis der französischen Unternehmen meldete TFF Group (Tonnelleries François Frères) für das Geschäftsjahr 2024-25 einen Rückgang des Nettogewinns um 45,5% auf 31,8 Millionen Euro sowie einen um 24,6% gesunkenen EBITDA auf 81 Millionen Euro, was einer Marge von 19% des Umsatzes entspricht.

Europlasma gab die Unterzeichnung einer exklusiven Partnerschaftsvereinbarung mit Beijing AptBlaze Technology bekannt. Ziel ist die Nutzung und kommerzielle Entwicklung einer Reihe von energieeffizienten Heizkesseln.

Schließlich haben Legrand und Cogelec eine Vereinbarung in Aussicht gestellt, wonach ersteres Unternehmen letzteres übernehmen will. Die geplante Transaktion bewertet den französischen Spezialisten für Zutrittskontrollsysteme mit rund 254 Millionen Euro (ohne eigene Aktien).

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