Die Aussichten für die wirtschaftliche Gesundheit europäischer Unternehmen haben sich verschlechtert, wie die neuesten Gewinnprognosen am Dienstag zeigten. Die anhaltenden Unsicherheiten rund um US-Zölle erschweren weiterhin die Geschäftsplanung.
Laut Daten von LSEG I/B/E/S wird erwartet, dass europäische Unternehmen im zweiten Quartal im Durchschnitt einen Gewinnrückgang von 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr vermelden. Noch vor einer Woche hatten Analysten mit einem Anstieg von 0,6 % gerechnet.
Vor der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am 14. Februar, ,,reziproke" Zölle einzuführen, lag die Prognose laut LSEG-Daten sogar bei einem Gewinnwachstum von 9,1 % im zweiten Quartal. Doch monatelange Handelskriegsverhandlungen haben die Geschäftsaussichten der Unternehmen zunehmend geschwächt.
Auch der Konsens bei den Umsatzprognosen hat sich verschlechtert: Analysten erwarten mittlerweile einen Rückgang von 3,0 %, nachdem in der Vorwoche noch ein Minus von 2,2 % prognostiziert wurde.
Die aktuellen Schätzungen stehen damit in starkem Kontrast zu den Erwartungen vor einem Jahr, als noch ein Gewinnanstieg von 3,0 % und ein Umsatzrückgang von lediglich 0,8 % prognostiziert wurden, wie die Daten zeigen.
Die Europäische Union steht Insidern zufolge kurz vor einem Handelsabkommen mit der Trump-Regierung und hofft auf mögliche Ausnahmen von der US-Standardabgabe von 10 %, wie einige EU-Quellen gegenüber Reuters berichteten.
Die für diese Woche erwarteten Auslieferungszahlen von Stellantis, notiert an der Börse in Mailand, könnten weitere Einblicke geben, wie europäische Automobilhersteller mit der aktuellen Unsicherheit umgehen.
Die größten Gewinner im zweiten Quartal werden voraussichtlich irische und polnische Unternehmen im gesamteuropäischen STOXX 600 Index sein, mit durchschnittlichen Gewinnzuwächsen von 85,4 % beziehungsweise 67,4 %. Norwegische und deutsche Unternehmen hingegen dürften einen Gewinnrückgang von 9,7 % beziehungsweise 7,8 % verzeichnen.
Zum Handelsschluss am Montag lag der STOXX 600 seit Jahresbeginn etwa 7,1 % im Plus.




















