Der Branchenverband AEB hat am Donnerstag mitgeteilt, dass er seine Prognose für die russischen Pkw-Verkäufe im Jahr 2025 gesenkt hat. Gleichzeitig betonte der Verband, dass der Markt erste Anzeichen einer Stabilisierung zeige und dass weitere staatliche Unterstützung sowie niedrigere Zinsen eine Erholung begünstigen könnten.

Der russische Automarkt brach im Jahr 2022 ein, nachdem westliche Hersteller wie Renault und Volkswagen den Markt infolge des Beginns des vollumfänglichen Krieges Moskaus gegen die Ukraine verlassen hatten. Dadurch erhielten chinesische Hersteller die Gelegenheit, sich im Zuge der anschließenden Erholung mehr als die Hälfte des Marktes zu sichern.

Die Association of European Businesses (AEB) erwartet nun, dass die russischen Pkw-Verkäufe im Vergleich zu 2024 um 24 % auf 1,25 Millionen Fahrzeuge zurückgehen werden. Im Januar hatte der Lobbyverband noch einen Rückgang um 15 % auf 1,4 Millionen Fahrzeuge prognostiziert.

"Mit Blick nach vorn können wir mit einer Markterholung rechnen – vorausgesetzt, es gibt staatliche Unterstützung", erklärte die AEB und verwies dabei auf Förderprogramme, bei denen die Regierung bestimmte Fahrzeugtypen direkt ankauft.

"Wir erwarten zudem, dass die erste moderate Senkung des Leitzinses zur Stabilisierung des Marktes beiträgt und weitere Zinssenkungen die positive Entwicklung zusätzlich unterstützen werden", so der Verband weiter.

Die russische Zentralbank hatte im Juni ihren Leitzins um einen Prozentpunkt auf 20 % gesenkt und könnte bei ihrer nächsten Sitzung am 25. Juli eine weitergehende Senkung in Erwägung ziehen.