Der brasilianische Finanzminister Fernando Haddad sagte, es gebe keinen Grund zur Sorge um den staatlichen Olkonzern Petrobras, nachdem der jungste Fuhrungswechsel die Aktien des Unternehmens in den Keller sturzen liess.

In einem Interview mit der franzosischen Zeitung Le Monde, das am Mittwoch veroffentlicht wurde, sagte Haddad, dass die Ernennung von Magda Chambriard zum CEO des Unternehmens in der vergangenen Woche auf die sich verschlechternden Beziehungen zwischen dem vorherigen Chef, Jean Paul Prates, und Prasident Luiz Inacio Lula da Silva zuruckzufuhren sei.

"Der CEO von Petrobras hat in Brasilien praktisch den Rang eines Ministers, und eine gute Beziehung zum Staatschef ist unerlasslich", sagte er laut der Zeitung.

"Es gibt keinen Grund zur Sorge um Petrobras, es sind keine radikalen Veranderungen geplant, und das Unternehmen sollte seinen Investitionsplan ausfuhren."

In Bezug auf die Moglichkeit, dass Petrobras in der Mundung des Amazonas nach Ol sucht, ein Vorhaben, das der neue CEO unterstutzt, sagte Haddad, dass das Projekt nicht im Widerspruch zu den okologischen Planen des linken Lula steht, das brasilianische Wachstum anzukurbeln.

"Dieses Projekt wird nicht gut verstanden", sagte er. "Ich sehe hier keinen Widerspruch. Erstens, weil ich nicht glaube, dass die Olforderung in dieser Region okologische Folgen haben wird. Zweitens liegt die eigentliche okologische Auswirkung des Ols meiner Meinung nach nicht in der Ausbeutung, sondern in der Nutzung."

Der Minister sagte auch, dass Brasilien wahrend der aktuellen Amtszeit des Prasidenten, die bis 2026 lauft, ein durchschnittliches jahrliches Wachstum von 3% anstreben konnte.

Im vergangenen Jahr, dem ersten Jahr von Lulas dritter Amtszeit in Folge, lag das Wirtschaftswachstum bei 2,9%. Das Finanzministerium hat vor kurzem seine Prognose fur das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr auf 2,5% korrigiert.