KI-Chips: Steht eine Lockerung der US-Exportbeschränkungen bevor?
Laut einem Bericht von Bloomberg News prüft die Regierung Trump eine mögliche Rücknahme bestimmter Exportbeschränkungen für Chips mit künstlicher Intelligenz, die unter Präsident Joe Biden eingeführt worden waren.
Was zunächst widersprüchlich klingt, hat doch einen politischen Kontext: Präsident Trump hatte erst kürzlich selbst bestehende Auflagen verschärft – Maßnahmen, die unter anderem beim Branchenriesen Nvidia zu einem entgangenen Umsatz von 5,55 Milliarden US-Dollar führten. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue chinesische Wettbewerber wie DeepSeek. Eine vollständige Kehrtwende ist daher kaum zu erwarten. Vielmehr liegen laut Bloomberg mehrere Optionen auf dem Tisch – die Frage ist, welchen Weg Trump wählt.
Zwei realistische Szenarien
Ein vollständiger Rückbau der Exportregeln ist wenig wahrscheinlich. Trump zeigt sich weiterhin besorgt über den rasanten Fortschritt chinesischer KI-Entwicklungen, insbesondere rund um DeepSeek. Das wahrscheinlichste Szenario besteht in der Aufhebung einzelner Maßnahmen der Biden-Ära, nicht um die Restriktionen gänzlich zu beenden, sondern um sie unter eigenen Vorzeichen neu zu definieren – also den politischen Narrativ wieder in die eigene Hand zu nehmen. Gleichzeitig dürfte Trump einzelnen Forderungen aus der Tech-Industrie nachkommen wollen, etwa von Nvidia oder Microsoft, die sich wiederholt über die strikten Regelungen beschwert hatten.
Ein zweites Szenario, das noch stärker dem typischen Trump-Stil entspricht: die Rückkehr der Zollpolitik. Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach sektorielle Zölle ins Spiel gebracht und Untersuchungen dazu angekündigt – seither ist es jedoch ruhig geblieben. Nun mehren sich die Anzeichen, dass eine neue Runde gezielter Zollerhöhungen vorbereitet wird. Im Visier könnten dabei neben KI-Chips auch Smartphones, Computer und andere Hightech-Produkte stehen.
Die NVIDIA Corporation ist weltweit führend in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung programmierbarer Grafikprozessoren. Das Unternehmen entwickelt auch zugehörige Software. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Produktfamilien: - Computer- und Netzwerklösungen (89 %): Rechenzentrumsplattformen und -infrastruktur, Ethernet-Verbindungslösungen, Hochleistungs-Computing-Lösungen, Plattformen und Lösungen für autonome und intelligente Fahrzeuge, Lösungen für die künstliche Intelligenz-Infrastruktur von Unternehmen, Kryptowährungs-Mining-Prozessoren, eingebettete Computerplatinen für Robotik, Lehre, Lernen und die Entwicklung künstlicher Intelligenz usw.; - Grafikprozessoren (11 %): für PCs, Spielekonsolen, Videospiel-Streaming-Plattformen, Workstations usw. (Marken GeForce, NVIDIA RTX, Quadro usw.). Der Konzern bietet außerdem Laptops, Desktops, Gaming-Computer, Computerperipheriegeräte (Monitore, Mäuse, Joysticks, Fernbedienungen usw.), Software für visuelles und virtuelles Computing, Plattformen für Infotainment-Systeme im Automobilbereich und Cloud-Kollaborationsplattformen an. Der Nettoumsatz verteilt sich nach Branchen auf Datenspeicherung (88,3 %), Gaming (8,7 %), professionelle Visualisierung (1,4 %), Automobil (1,3 %) und Sonstiges (0,3 %). Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Vereinigte Staaten (46,9 %), Singapur (18,2 %), Taiwan (15,8 %), China und Hongkong (13,1 %) und Sonstige (6 %).