Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech haben am Donnerstag das Londoner Berufungsgericht angerufen, um ein Urteil aufzuheben, das besagt, dass ihr COVID-19-Impfstoff eines der Patente von Moderna verletzt habe. Dies ist die jüngste Runde in einem langwierigen Rechtsstreit zwischen den beiden Parteien.

Vor einem Jahr hatte das High Court entschieden, dass eines von Modernas zwei Patenten im Zusammenhang mit der Messenger-RNA-(mRNA)-Technologie, auf der der COVID-19-Impfstoff des Unternehmens basiert, gültig sei und dass der Comirnaty-Impfstoff von Pfizer und BioNTech dieses Patent verletzt habe. Das bedeutet, dass Moderna Anspruch auf Schadensersatz im Zusammenhang mit den Verkäufen ab März 2022 hat.

Das Gericht entschied im Juli letzten Jahres außerdem, dass das andere in dem Fall angefochtene Moderna-Patent ungültig sei.

Pfizer und BioNTech versuchen nun, die Entscheidung, dass eines der Patente gültig ist, zu kippen, nachdem Richter Richard Meade beiden Unternehmen die Erlaubnis zur Berufung gegen sein Urteil erteilt hatte.

Sie argumentieren, dass Modernas Entwicklungen der mRNA-Technologie offensichtliche Weiterentwicklungen früherer Arbeiten seien, was das Patent ungültig mache. Moderna hingegen fordert, dass das Urteil des Richters aufrechterhalten wird.

Pfizer und BioNTech erzielten laut Unternehmensangaben im vergangenen Jahr mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar Umsatz mit dem weltweiten Verkauf ihres Impfstoffs Comirnaty, während Moderna mit seinem Impfstoff Spikevax 3,2 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Die Umsätze beider Impfstoffe gingen zwischen 2023 und 2024 nach dem Ende der Pandemie deutlich zurück.

Pfizer und BioNTech hatten Moderna im September 2022 in London verklagt, um die beiden von Moderna gehaltenen Patente für nichtig erklären zu lassen. Moderna reagierte wenige Tage später mit dem Vorwurf, dass seine eigenen Patente verletzt worden seien.

Die Klagen in London sind nur ein Teil eines weltweiten Rechtsstreits zwischen Pfizer, BioNTech und Moderna um ihre konkurrierenden Impfstoffe, die während der Pandemie Millionen von Leben gerettet haben.

Die Unternehmen sind auch in Verfahren in Deutschland verwickelt - wo ein Gericht im März zugunsten von Moderna entschied - sowie vor dem US-Patentamt, das zwei Moderna-Patente für COVID-19-Impfstoffe für ungültig erklärte, und an anderen Orten.

(Bericht von Sam Tobin; Redaktion: Susan Fenton)