Die Liquiditätsreserve des Unternehmens schmilzt dahin wie Schnee in der Sonne. Während sie Ende 2021 auf dem Höhepunkt der Pandemie noch 21 Milliarden Dollar betrug und auch Ende 2022 mit 19 Milliarden Dollar beachtlich war, verbrannte Moderna in den beiden Folgejahren jeweils 4 Milliarden Dollar pro Geschäftsjahr – zusätzlich zu einem Aktienrückkauf von einer Milliarde Dollar im Jahr 2023.

Auch 2025 setzt sich dieser Trend fort: Bereits im ersten Quartal fiel ein Verlust von einer Milliarde Dollar an. In der Kasse verbleiben damit nur noch 8 Milliarden Dollar. Zieht man diesen Betrag von der aktuellen Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar ab, bleibt eine Unternehmensbewertung von 2 Milliarden Dollar – kaum ein Vertrauensbeweis für die sich noch in Entwicklung befindlichen Medikamente.

Bemerkenswert ist, dass der Markt dem Produktportfolio von Moderna – das über die Covid-Impfstoffe hinaus zwei kurz vor der Markteinführung stehende Impfstoffe umfasst, einen gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), den anderen gegen die saisonale Grippe – nur so viel Wert beimisst wie einem halben Jahr Forschungs- und Entwicklungsbudget des Unternehmens. Das zeugt von einer ausgesprochen verhaltenen Begeisterung der Investoren.

Die Aktionäre, die auf eine Erfolgsgeschichte nach der Pandemie gesetzt hatten, sehen sich enttäuscht. Bei 26 Dollar notiert die Aktie heute siebzehnmal niedriger als zu ihren Höchstständen im Jahr 2021. Vor diesem Hintergrund erscheinen die zwischen 2021 und 2023 durchgeführten Aktienrückkäufe im Umfang von 5 Milliarden Dollar zu deutlich höheren Kursen als ausgesprochen unglücklich. Man kann von Glück sprechen, dass nicht noch mehr Kapital in den Kamin geworfen wurde.

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs hatte MarketScreener bereits die umfangreichen Aktienverkäufe aus dem Führungskreis kritisiert – ein Warnsignal, das auf mangelndes Vertrauen in die Zukunft schließen ließ. An dieser Front ist bislang keine Wende erkennbar, auch wenn CEO Stéphane Bancel, der nach wie vor 5,5 Millionen Aktien hält, Anfang dieses Jahres 160.000 zusätzliche Titel zu einem Kurs von 31 Dollar erworben hat.

Allerdings ist diese Transaktion im Volumen von 5 Millionen Dollar kaum der Rede wert, insbesondere wenn man sie den 1,1 Milliarden Dollar vor Steuern gegenüberstellt, die Bancel zwischen 2020 und 2023 aus Aktienverkäufen erlöst hat. In puncto Timing war er damit ausgesprochen erfolgreich – deutlich erfolgreicher jedenfalls als die Aktienrückkäufe des Unternehmens.