Deutschland prüft den Kauf von acht zusätzlichen F-35-Kampfjets des US-Rüstungsriesen Lockheed Martin. Dies sagte eine Quelle aus dem Militär am Freitag gegenüber Reuters, zusätzlich zu den 35 bestellten Jets.

Berlin prüfe die Kosten eines solchen Kaufs, sagte die Quelle, wobei das Tarnkappenflugzeug als der modernste Kampfjet gilt.

Im Jahr 2022 hat Deutschland beschlossen, 35 F-35 einschließlich Raketen und anderer Waffen für rund 10 Milliarden Euro (10,89 Milliarden Dollar) zu bestellen.

Die Jets sind mit fortschrittlichen Sensoren und anderen Geräten ausgestattet und laut Lockheed ist es fast unmöglich, sie mit dem Radar zu verfolgen.

Die Flugzeuge werden den alternden Tornado ersetzen, den einzigen deutschen Jet, der die in Deutschland gelagerten US-Atombomben transportieren kann.

Die deutsche Luftwaffe setzt den Tornado seit den 1980er Jahren ein, und Berlin plant, ihn zwischen 2025 und 2030 auslaufen zu lassen.

Die F-35 wird ab 2027 auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Nähe der westdeutschen Stadt Büchel stationiert sein und könnte ebenfalls US-Atomwaffen tragen.

Die ersten acht F-35 sollen 2026 ausgeliefert werden und werden zur Pilotenausbildung in den USA stationiert sein.

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte am 27. Februar 2022, nur wenige Tage nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine, eine "Zeitenwende" an, eine neue Ära selbstbewussterer Außenpolitik, die durch höhere Militärausgaben unterstützt werden soll.

Als Teil der Zeitenwende und als erster Schritt, um das Militär nach Jahrzehnten der Zermürbung nach dem Ende des Kalten Krieges wieder auf Vordermann zu bringen, richtete Deutschland einen 100-Milliarden-Euro-Sonderfonds für den Kauf moderner Waffen ein und verpflichtete sich, das NATO-Ziel zu erreichen, ab 2024 mindestens 2% des nationalen BIP für die Verteidigung auszugeben.

Der Kauf der F-35 war das erste große Verteidigungsprojekt, für das der Fonds in Anspruch genommen wurde.

Es ist jedoch unklar, wie eine zweite Serie von Jets finanziert werden kann.

Die Mittel des Sonderfonds, der zur Aufstockung des regulären Verteidigungsbudgets dient, sind fast vollständig ausgeschöpft und Verteidigungsminister Boris Pistorius ist es nicht gelungen, in den laufenden Haushaltsverhandlungen eine Erhöhung des regulären Verteidigungsbudgets für 2025 durchzusetzen.

Er argumentiert, dass das deutsche Militär bald mehr Geld braucht oder riskiert, dass die Beschaffung gelähmt wird, da kaum noch Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen.

($1 = 0,9185 Euro) (Berichterstattung von Sabine Siebold, Redaktion: Sabine Wollrab, Andrey Sychev, Thomas Seythal und Alex Richardson)