Lamb Weston hat eine Einigung mit Jana Partners erzielt, die dem aktivistischen Investor einen erheblichen Einfluss im Aufsichtsrat des Pommes-Frites-Herstellers verschafft und einen erbitterten Machtkampf um die Kontrolle des Gremiums abwendet.
Wie am Montag bekannt gegeben wurde, werden vier von Jana vorgeschlagene Kandidaten in den Aufsichtsrat aufgenommen. Zusätzlich werden zwei weitere Direktoren, auf die sich beide Seiten geeinigt haben, in das Gremium berufen. Damit wächst der Aufsichtsrat von bisher 11 auf künftig 13 Mitglieder.
Zu den von Jana nominierten Kandidaten zählen Bradley Alford, ehemaliger CEO von Nestlé USA, der den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen soll; Timothy McLevish, ehemaliger Executive Chairman von Lamb Weston; die Branchenexpertin und Continental-Grain-Beraterin Ruth Kimmelshue sowie Jana-Portfoliomanager Scott Ostfeld.
Die beiden neuen, gemeinsam bestimmten Direktoren sind Lawrence Kurzius und Paul Maass, beide erfahrene Führungskräfte in der Lebensmittelindustrie.
Die Einigung stellt einen der bedeutendsten Wechsel im Aufsichtsrat in diesem Jahr dar und folgt auf mehr als sieben Monate, in denen Jana das Management zu operativen und kapitalbezogenen Verbesserungen - und möglicherweise sogar zu einem Verkauf - gedrängt hatte.
Lamb Weston mit Sitz in Eagle, Idaho, und einer Marktkapitalisierung von rund 7,6 Milliarden US-Dollar beliefert Unternehmen wie McDonald's und die Restaurantkette Yum Brands mit tiefgekühlten Kartoffelprodukten, darunter Tater Puffs und Hash Brown Patties.
Der Aktienkurs des Unternehmens ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 35 Prozent gefallen und notierte am Montagmorgen bei 53,33 US-Dollar leicht im Minus.
Lamb Weston-CEO Mike Smith, der den Spitzenposten nach einer enttäuschenden Gewinnmeldung und rückläufiger Nachfrage im vergangenen Jahr übernommen hatte, begrüßte die Einigung: ,,Wir sind überzeugt, dass dieses Ergebnis im besten Interesse des Unternehmens und aller unserer Aktionäre ist", erklärte er.
Jana hatte sich bereits auf einen harten Machtkampf im Aufsichtsrat vorbereitet und stand kurz vor Ablauf der Frist am Montag, um eigene Kandidaten offiziell zu nominieren. In einer von Jana in Auftrag gegebenen Umfrage sprachen sich rund die Hälfte der 50 größten Aktionäre von Lamb Weston dafür aus, den gesamten Aufsichtsrat auszutauschen - ein klares Signal zugunsten von Janas Forderungen.
Der Hedgefonds, der etwa 7 Prozent an Lamb Weston hält, arbeitete bei diesem Investment mit Continental Grain zusammen, einem privat geführten Unternehmen, das in der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft tätig ist.
Jana hat bereits Erfahrung im Umgang mit Lamb Weston: Vor rund zehn Jahren drängte der Investor den Lebensmittelkonzern Conagra Brands dazu, sich von Lamb Weston zu trennen - das Unternehmen war seit 1988 Teil von Conagra. Im Jahr 2016 wurde Lamb Weston schließlich als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen gelistet.
Zuvor hatte Jana unter anderem Frontier Communications zum Verkauf gedrängt, bevor Verizon Communications das Unternehmen übernahm. Auch beim Softwareunternehmen New Relic setzte sich Jana für einen Verkauf ein, der schließlich durch TPG und Francisco Partners erfolgte. Ebenso trieb Jana den Verkauf von Zendesk voran, das 2022 von einem Investorenkonsortium unter Führung von Hellman & Friedman sowie Permira übernommen wurde.



















