Im zweiten Quartal erwartet das Analysehaus ein Umsatzwachstum von über 8 %, getragen von einer starken Entwicklung in den USA (+12 %) und Japan (+14 %). In Asien hingegen bleibt das Wachstum verhalten (+4 %), vor allem aufgrund einer schwächeren Nachfrage aus China. Zudem konzentriert sich das Wachstum zunehmend auf das Segment Lederwaren – zulasten einer ausgewogeneren Verteilung zwischen den Produktkategorien.
Für das erste Halbjahr rechnet Jefferies mit einem leichten Rückgang der Bruttomarge, erwartet aber dennoch ein operatives Ergebnis über dem Konsens, gestützt durch konsequentes Kostenmanagement.
So weit, so klassisch: Hermès leidet wie alle Luxuskonzerne unter dem schwierigen Umfeld – schneidet im Vergleich zur Konkurrenz jedoch weiterhin überdurchschnittlich ab.
Ein KGV von 50
Dennoch belasten der starke Dollar und steigende Kosten die Perspektiven. Jefferies hat daher seine Prognosen für 2026 gesenkt, nun 3 % unter dem Analystenkonsens. Und dabei ist ein mögliches neues Zollpaket von Donald Trump noch nicht eingepreist: Ab dem 1. August könnten Luxusimporte aus der EU mit 30 % Strafzöllen belegt werden.
Da der Aktienkurs das Kursziel von 2460 EUR – entsprechend einem erwarteten KGV von 50 für 2026 – bereits erreicht hat, hält Jefferies eine Rückkehr zu den früheren Bewertungsniveaus (KGV 60) kurzfristig für wenig wahrscheinlich.
Ein beschleunigtes Wachstum in den Nicht-Leder-Segmenten könnte die Attraktivität des Titels wieder erhöhen. Derzeit jedoch stuft Jefferies die relative Bewertung als „vernünftig“ ein – insbesondere im Vergleich zu anderen Luxusaktien wie Ferrari oder Brunello Cucinelli, denen kurzfristig höhere Wachstums- und Margenpotenziale attestiert werden.
Im Verhältnis zum breiten europäischen Markt (Stoxx Europe 600) liegt die relative Bewertung von Hermès aktuell bei 240 % – sprich: Hermès wird zum 3,4-Fachen des durchschnittlichen KGVs des SXXP gehandelt. Aus Sicht von Jefferies ein angemessenes Niveau.
KGV (2026e) ausgewählter Luxusunternehmen laut S&P Capital IQ, Stand 14. Juli:
Salvatore Ferragamo: 54,9
Hermès: 47,4
Brunello Cucinelli: 47,3
Ferrari: 41,7
Burberry: 29,6
Kering: 23,5
Compagnie Financière Richemont: 22,1
Moncler: 20,4
LVMH: 19,4
Capri Holdings: 10,5
Sanlorenzo: 9,4





















