Handelt es sich um einen vorübergehenden Rückgang oder den Beginn einer neuen, längeren Phase? Nach Salesforce veröffentlichte gestern auch Dell Ergebnisse, die bei den Anlegern alles andere als gut ankamen. Die Aktie verlor während der Handelssitzung 5% und im nachbörslichen Handel 18%.

Die Enttäuschung betrifft insbesondere das Segment Server, Speicher und Netzwerke – jenes Segment, das eigentlich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz am meisten profitieren sollte.

Die Verkäufe in diesem Bereich stiegen um 42% – ausschließlich dank neuer, auf KI spezialisierter Server –, doch wurden diese Gewinne vollständig durch die Beschaffungskosten aufgezehrt, sodass der Betriebsgewinn des Segments um 1% sank.

Auch im Segment Computer, Zubehör und Peripheriegeräte sieht es nicht viel besser aus: Hier gab es kein Wachstum beim Umsatz und der Betriebsgewinn ging um 18% zurück. Diese schlechte Leistung war allerdings eher erwartet worden.

Um ehrlich zu sein, sind diese Ergebnisse nicht überraschend und es wäre verfrüht, von einer schlechten Performance zu sprechen. Die Einführung der KI steckt noch in den Kinderschuhen und es ist nicht verwunderlich, dass sie in dieser Phase mehr kostet als sie einbringt, zumal wenn man die starke Position des Lieferanten Nvidia berücksichtigt.

Tatsächlich war die Bewertung von Dell nach der Ankündigung seiner Partnerschaft mit Nvidia völlig unverhältnismäßig gestiegen, von weniger als dem Zwanzigfachen auf mehr als das Vierzigfache der Gewinne. Und das, obwohl das Unternehmen seit fünf Jahren kein Wachstum verzeichnet hat.

Wir bewegten uns also – und bewegen uns möglicherweise immer noch – auf einem überhitzten Markt. Eine Korrektur schien unvermeidlich, sobald die geringste Unannehmlichkeit auftrat.

Letztendlich hat der Markt seine Gründe, die die Vernunft nicht immer versteht. Vor fast genau zehn Jahren hatte Michael Dell sein Unternehmen mit Hilfe von Silver Lake von der Börse genommen, basierend auf einer Bewertung des Neunfachen seiner Gewinne.