Gary Gensler, Vorsitzender der Börsenaufsichtsbehörde, sagte am Mittwoch, er begrüße den Wettbewerb um mehrere Clearinghäuser für US-Staatsanleihen, auch wenn es noch keine formellen Anträge von potenziellen Bewerbern gebe.

Derzeit ist die Fixed Income Clearing Corporation, eine Tochtergesellschaft des Handelsabwicklers DTCC, die einzige Clearingstelle für Treasuries in den USA. Der Wettbewerb wird jedoch zunehmen, nachdem die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission im Dezember neue Regeln erlassen hat, die darauf abzielen, das systemische Risiko auf dem US-Schatzmarkt zu verringern, indem mehr Geschäfte über Clearinghäuser abgewickelt werden müssen.

Das Clearing House (LCH) der London Stock Exchange Group hat sein Interesse bekundet, in das Clearing von US-Staatsanleihen einzusteigen, ebenso wie die CME Group und Intercontinental Exchange.

In einem Gespräch mit Reportern am Rande des ISDA/SIFMA Treasury Forum in New York sagte Gensler, er begrüße generell den Wettbewerb. "Es gibt einen gewissen Dialog zwischen potenziellen Bewerbern", sagte er, fügte aber hinzu, dass es noch keine formelle Anmeldung gebe.

Jeder potenzielle Bewerber müsse sich an strenge Regeln für Risikomanagement und Zugang halten.

Der Markt für Treasuries ist einer der liquidesten der Welt, und das globale Finanzsystem nutzt Treasuries als Benchmark für andere Anlageklassen. Aber es gab auch schon Liquiditätsprobleme, wie z.B. im März 2020, als die Angst vor einer Pandemie zu Störungen führte und sich die Liquidität rapide verschlechterte.

Die DTCC sagte Anfang dieser Woche, dass die kürzlich verabschiedeten Regeln für das Clearing von US-Treasuries, die schrittweise bis Juni 2026 in Kraft treten werden, die Clearingaktivität der Fixed Income Clearing Corporation um mehr als 4 Billionen Dollar pro Tag erhöhen könnten.

Sie beruft sich dabei auf eine Umfrage, die von 83 Sell-Side-Instituten durchgeführt wurde. Die FICC wickelt derzeit täglich Treasuries im Wert von etwa 7 Billionen Dollar ab.