Chinesische Automobilhersteller expandieren verstärkt in Europa und setzen dabei auf wettbewerbsfähige Preise sowie fortschrittliche Technologien, um in einen Markt einzudringen, der traditionell von europäischen und amerikanischen Marken dominiert wird - und das vor dem Hintergrund eines globalen Wandels hin zur Elektromobilität.
Diese Expansion hat die handelspolitischen Spannungen zwischen Brüssel und Peking verschärft, darunter einen Streit um EU-Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge, die zum Schutz europäischer Produzenten eingeführt wurden.
Folgende chinesische Automobilhersteller haben ihren Fußabdruck in Europa vergrößert:
BYD:
BYD stärkt seine Präsenz in Europa durch den Bau einer Elektroautofabrik im Süden Ungarns, die bis Ende 2025 die Produktion aufnehmen soll. Ein weiteres Werk in der Türkei soll 2026 in Betrieb gehen.
BYD, das Fahrzeuge in den meisten Teilen Europas verkauft, plant laut Vizepräsidentin Stella Li, bis 2028 alle Elektrofahrzeuge für den Kontinent lokal produzieren zu können, wie sie Reuters auf der IAA Mobility in München mitteilte.
CHERY AUTOMOBILE:
Chery bringt mit seiner SUV-Marke Jetour drei Verbrenner-SUVs im November erstmals auf den polnischen Markt und damit nach Europa.
Bereits zu Beginn des Jahres startete der Konzern den Verkauf seiner Marke Chery in Großbritannien und hat die Marken Omoda sowie Jaecoo in rund einem halben Dutzend europäischer Märkte eingeführt, darunter Spanien, Italien und Polen.
CHONGQING CHANGAN AUTOMOBILE:
Changan startete im März seine Aktivitäten in Europa und plant, noch in diesem Jahr den Verkauf in zehn europäischen Märkten zu beginnen.
Das Unternehmen plant zudem den Bau eines Werks in Europa zur Unterstützung künftiger Verkäufe und prüft derzeit mögliche Standorte, wie ein Manager am 2. Juli gegenüber Reuters sagte.
GEELY AUTOMOBILE:
Geely bringt seine gleichnamige Marke Anfang des vierten Quartals 2025 mit dem Elektro-SUV EX5 nach Großbritannien.
Der Konzern ist in Europa bereits durch die Hersteller Lotus, Volvo Cars und Polestar vertreten, an denen Geely Mehrheitsanteile hält.
Zwei weitere chinesische Marken von Geely, Zeekr und Lynk & Co, sind bereits auf mehreren europäischen Märkten aktiv.
NIO:
Nio kündigte Anfang des Jahres an, im dritten Quartal 2025 ein Elektrofahrzeug der Marke Firefly in Europa einzuführen.
Der Fortschritt des Unternehmens in Europa verlaufe jedoch langsamer als erwartet, was CEO William Li im April auf Herausforderungen beim Verkaufs- und Servicenetz zurückführte.
SAIC MOTOR CORP:
SAIC Motor verkaufte laut ACEA-Daten zwischen Januar und Juli 176.415 Fahrzeuge in Europa, was einem Anteil von 2,1 % aller Pkw-Neuzulassungen in der EU, EFTA und Großbritannien im genannten Zeitraum entspricht.
Die Verkäufe entfallen hauptsächlich auf die Marke MG Motor sowie auf Maxus.
XPENG:
Der Zulieferer Magna teilte im September mit, von XPENG ausgewählt worden zu sein, ab dem dritten Quartal 2025 zwei Modelle für den europäischen Markt in Graz, Österreich, zu montieren.
XPENG gab zudem im Juni bekannt, weitere Aspekte der bestehenden Zusammenarbeit mit Volkswagen zu prüfen, darunter gemeinsame Beschaffung, Ladeinfrastruktur und verschiedene Fahrzeugmodelle. Derzeit entwickelt das Unternehmen fortschrittliche Chips für VW-Fahrzeuge.
Der Autobauer hat bereits in mehreren europäischen Märkten, darunter im Januar auch in Großbritannien, den Verkauf gestartet.
ZHEJIANG LEAPMOTOR TECHNOLOGY:
Leapmotor präsentierte auf der Automesse in München im September ein neues Schrägheckmodell und erweiterte damit das Produktportfolio des chinesischen E-Auto-Herstellers in Europa.
Das Unternehmen, an dem Stellantis beteiligt ist, hat ein Joint Venture gegründet, das zu 51 % von Stellantis kontrolliert wird und dem europäischen Automobilkonzern exklusive Rechte für Export, Verkauf und Produktion von Leapmotor-Elektroautos außerhalb Chinas einräumt.




















