Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit steigenden Kursen präsentieren sich die europäischen Aktienmärkte zum Wochenauftakt. Der DAX steigt im frühen Xetra-Handel um 0,7 Prozent auf 18.125 Punkte, der Euro-Stoxx-50 erholt sich um 1,1 Prozent auf 4.893 Punkte. In Paris zieht der CAC-40 um 0,8 Prozent an. Der Euro zeigt sich nach der leichten Erholung am Freitagnachmittag stabil, am Anleihenmarkt geben die Kurse nach dem "Run in Sicherheit" der vergangenen Handelstage etwas nach.

Auf der Aktienseite steigen die Branchenindizes der Reise- und Freizeitaktien sowie der Technologiewerte jeeweils um 1,5 Prozent. Der Index der Banken erholt sich um 1,3 Prozent, der Autoindex um 1 Prozent. Auf der anderen Seite fällt der Index der Rohstofftitel um 0,4 Prozent.

Im DAX erholen sich Rheinmetall um 1,7 Prozent und Siemens um 1,4 Prozent, beide Aktien waren zuletzt besonders stark unter Druck geraten. Adidas geben 0,9 Prozent ab. Dass JP Morgan das Kursziel etwas erhöht hat, geht unter. Adidas untersucht nach einem Bericht der Financial Times Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige Mitarbeiter in China.


 
  "Take-Profit-Signal ein gutes Stück abgearbeitet" 

"Der DAX ist zwar aus der Flaggen-Konsolidierung herausgefallen und hat auch den Januar-Aufwärtstrend gebrochen", so ein Marktteilnehmer. "Das darauf resultierende Take-Profit-Signal ist aber am Freitag schon ein gutes Stück abgearbeitet worden", sagt er. Nun sei der DAX bei 18.000 bis 17.600 breit unterstützt, eine Widerstandzone liege bei 18.350 bis 18.400 Punkten.

Thomas Altmann von QC Partners spricht von einer "extrem spannenden Marktphase". In der vergangenen Woche habe der Nasdaq-100 mehr als 3 Prozent gewonnen, der CAC-40 dagegen mehr als 10 Prozent verloren. "Das gab es so in dieser Konstellation noch nie", sagt Altmann. Die Differenz zwischen den Renditen zehnjähriger französischer und deutscher Staatsanleihen stieg mit 0,77 Prozentpunkten auf das höchste Niveau seit 2017.

Die französische euroskeptische Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen, die derzeit in den Meinungsumfragen führt, fordert eine Herabsetzung des Renteneintrittsalters von 64 auf 60 Jahre, drastische Senkungen der Umsatzsteuern für Verbraucher auf Energie und eine Einkommenssteuerbefreiung für Arbeitnehmer, die jünger sind als 30 Jahre. Analysten schätzen, dass dies zu jährlichen Mehrausgaben von 100 Milliarden Euro führen würde, wie Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank, anführt.

"Mittlerweile dürften zwar schon viele Erwartungen und Sorgen in den Kursen der Aktien und Anleihen eingepreist sein", so Stephan weiter mit Blick auf die Wahlen in Frankreich. "Im aktuellen Umfeld sollten aber nur sehr risikoaffine Anleger über einen zeitnahen Einstieg nachdenken", meint er. Zudem gibt es mit dem Handelsstreit mit China noch einen zweiten Belastungsfaktor, der zuletzt vor allem bei den Autotiteln deutlich auf Stimmung und Kurse drückte.


 
 Thyssenkrupp Nucera profitieren kaum von SDAX-Verbleib 

Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage sehr dünn. Keine Überraschung sieht ein Marktteilnehmer in der Abschreibung von United Internet von 185 Millionen Euro auf Tele Columbus. "Das hat sich abgezeichnet", sagt er und weiter: "Wichtiger für das Konglomerat ist aber, dass Freenet derzeit über den Streaming-Dienst Kunden gewinnt". United Internet tendieren knapp behauptet.

Eine Überraschung gibt es im SDAX. Statt Thyssenkrupp Nucera scheiden Pfeiffer Vacuum am 24. Juni aus dem Nebenwerteindex aus, weil die Anforderung "fristgerechte Veröffentlichung des Quartalsfinanzberichts" nicht erfüllt sei, wie der Indexbetreiber Stoxx mitteilte.

"Nach den neuen Allzeittiefs ist eine Erholung drin", meint ein Marktteilnehmer mit Blick auf Nucera. Zunächst geht es allerdings lediglich um 0,3 Prozent nach oben. Pfeiffer geben um 1,2 Prozent nach. Der Kurs von Pfeiffer Vacuum war in der vergangenen Woche erst auf neue Jahreshochs gestiegen. Nun kommt es darauf an, dass Pfeiffer Vacuum den Bericht möglichst schnell nachholt.

Evotec fallen mit einer Verkaufsempfehlung um 3,8 Prozent.

In Amsterdam geht es für ING um 2,6 Prozent nach oben. Der Allfinanzdienstleister hat auf seinem Kapitalmarkttag eine gut ankommende Prognose für die Eigenkapitalrendite abgegeben.


Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.892,92        +1,1%       53,78      +8,2% 
Stoxx-50                4.501,59        +0,6%       26,38     +10,0% 
DAX                    18.125,16        +0,7%      123,14      +8,2% 
MDAX                   25.797,87        +0,3%       78,44      -4,9% 
TecDAX                  3.377,04        +0,7%       23,78      +1,2% 
SDAX                   14.522,82        +1,1%      155,76      +4,0% 
FTSE                    8.184,20        +0,5%       37,34      +5,3% 
CAC                     7.570,41        +0,9%       67,14      +0,4% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,38                    +0,02      -0,19 
US-Zehnjahresrendite        4,23                    +0,01      +0,35 
 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Mo, 8:10  Fr, 17:27   % YTD 
EUR/USD                   1,0704        -0,0%      1,0687     1,0699   -3,1% 
EUR/JPY                   168,63        +0,1%      167,99     168,34   +8,4% 
EUR/CHF                   0,9538        +0,1%      0,9517     0,9532   +2,8% 
EUR/GBP                   0,8446        +0,1%      0,8438     0,8436   -2,6% 
USD/JPY                   157,47        +0,1%      157,18     157,37  +11,8% 
GBP/USD                   1,2673        -0,1%      1,2666     1,2682   -0,4% 
USD/CNH (Offshore)        7,2708        -0,0%      7,2712     7,2742   +2,1% 
Bitcoin 
BTC/USD                66.246,50        -0,3%   66.221,66  66.900,80  +52,1% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settlem.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  78,43        78,45       -0,0%      -0,02   +8,1% 
Brent/ICE                  82,56        82,62       -0,1%      -0,06   +8,4% 
GAS                               VT-Settlem.                +/- EUR 
Dutch TTF                  35,35        35,50       -0,4%      -0,15  +10,8% 
 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             2.319,72     2.332,68       -0,6%     -12,96  +12,5% 
Silber (Spot)              29,16        29,56       -1,4%      -0,40  +22,6% 
Platin (Spot)             951,24       960,73       -1,0%      -9,49   -4,1% 
Kupfer-Future               4,43         4,50       -1,4%      -0,06  +12,9% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 17, 2024 03:50 ET (07:50 GMT)