Der Umsatz des Konzerns steigt 2025 lediglich um 2 % – das niedrigste Expansionstempo seit zehn Jahren. Besonders stark unter Druck steht das US-Nutztiersegment, das rund ein Zehntel des Konzernumsatzes ausmacht und einen Umsatzrückgang von 14 % verzeichnet. Im Bereich Heimtiere bleibt die Dynamik hingegen intakt.
Weitere Preiserhöhungen ermöglichen es Zoetis, seine Margen zu verteidigen. Entsprechend steigt der Nettogewinn erneut von 2,49 auf 2,67 Milliarden US-Dollar zwischen 2024 und 2025. Den Investoren genügt das jedoch nicht: Seit einiger Zeit steht die Aktie unter Druck. Die Bewertung wurde von einem durchschnittlichen Multiplikator von nahezu dem 40-Fachen des Gewinns auf weniger als das 20-Fache zurückgestuft.
Wie MarketScreener bereits vor einigen Monaten an dieser Stelle prognostizierte, nutzt der Konzern das veränderte Umfeld, um die Aktienrückkäufe deutlich auszuweiten. Diese belaufen sich 2025 auf 3,2 Milliarden US-Dollar nach 1,1 Milliarden im Vorjahr. Parallel dazu steigt die Dividende binnen zwölf Monaten um mehr als 100 Millionen US-Dollar; die Ausschüttung erhöht sich von 786 auf 889 Millionen US-Dollar.
Bemerkenswert ist, dass die Ausweitung des Rückkaufprogramms über die Emission einer Wandelanleihe finanziert wurde, die mit einem Kupon von 0,25 % ausgestattet ist und einen Wandlungspreis von 149 US-Dollar aufweist. Diese Finanzierung erscheint ausgesprochen geschickt strukturiert, zumal Zoetis zusätzliche Options- und Barausgleichsmechanismen vorgesehen hat, um die potenzielle Verwässerung zu begrenzen.
Die jüngste Bewertungsanpassung bringt das Kursniveau wieder in einen fairen Bereich – was die beschleunigten Aktienrückkäufe umso sinnvoller erscheinen lässt –, erst recht bei einem Unternehmen, dessen operative Tätigkeit eine Eigenkapitalrendite von über 50 % generiert, ohne auf nennenswerten Leverage zurückzugreifen.
Die Tiergesundheit bleibt zudem ein strukturell attraktiver Sektor. In vielerlei Hinsicht vereint er die reizvollsten Eigenschaften der Pharmaindustrie, ohne deren zentrale Schwächen aufzuweisen. Der Vertrieb erfolgt überwiegend direkt, ohne margenbelastende Zwischenhändler, während Versicherungen nur eine untergeordnete Rolle spielen und damit heikle Erstattungsfragen weitgehend entfallen.
Hinzu kommen geringere Entwicklungskosten und eine längere Produktlebensdauer – mehrere Marken aus dem Portfolio von Zoetis dominieren ihre jeweiligen Segmente seit zwanzig bis dreißig Jahren –, was die außergewöhnlich hohe Profitabilität erklärt. Rund zwei Drittel der Umsätze erzielt Zoetis im Heimtierbereich, wo die Margen höher und die Preissetzungsmacht ausgeprägter sind als in der Nutztierhaltung.
Dank seiner einzigartigen Größe investiert der Konzern zudem mehr als jeder Wettbewerber in Forschung & Entwicklung sowie in seine Vertriebsstrukturen. Damit festigt er seine dominante Marktstellung und positioniert sich als natürlicher Konsolidierer der Branche, sollte sich eine entsprechende Gelegenheit bieten. Blockbuster in der Tiergesundheit überschreiten nur selten die Schwelle von 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, was bislang die Konkurrenz durch Generikahersteller weitgehend abgeschreckt hat.
Deren Aufstieg bleibt vorerst moderat, auch wenn sich diese Entwicklung perspektivisch ändern könnte. Darin liegt wohl das größte Risiko für den Sektor: Er könnte sich von einer Welt ruhiger Monopole zu einer neuen Realität aktiver Verteidigung von Marktanteilen wandeln.



















