Das Dollar-Monopol bröckelt

Der vom US-Präsidenten etablierte Machtanspruch hat den Vereinigten Staaten zwar ermöglicht, Zölle mit den meisten ihrer Handelspartner neu zu verhandeln – mit einer Ausnahme: China. Die amerikanische Dominanz, die nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu unangefochten war, ist inzwischen spürbar erodiert. Eine aktuelle Handelskarte verdeutlicht diesen Wandel eindrucksvoll: Während die USA und Europa in den frühen 2000er-Jahren noch den Welthandel dominierten, zeigt das Bild für 2024 eine völlig veränderte Realität. Die Vormachtstellung der USA in Lateinamerika ist zugunsten Chinas geschwunden, ebenso wie der europäische Einfluss in Afrika, im Nahen Osten und in Asien. Der Welthandel ist – relativ gesprochen – lokaler geworden. Auffällig ist vor allem die wachsende Handelsmacht Chinas, das inzwischen in vielen Regionen die zentrale wirtschaftliche Drehscheibe bildet.

China boomt, die USA stagnieren

Besonders alarmierend: Während Chinas Exporte ein neues Allzeithoch erreichen, stagnieren die Ausfuhren in die USA – auf dem Niveau von 2018. Diese wirtschaftliche Entkopplung zwischen den beiden Großmächten spielt Peking in die Karten. Den USA fehlen zusehends die Druckmittel, um ihren asiatischen Rivalen in Schach zu halten – insbesondere, da China nahezu die gesamte Produktion seltener Erden kontrolliert, die für zahlreiche Schlüsselindustrien unverzichtbar sind.

Und was hat das mit Devisen zu tun?

Durchaus viel. Denn paradoxerweise hat die Schwäche des US-Dollars dem chinesischen Yuan in die Hände gespielt – dessen Kursentwicklung eng mit der US-Währung verknüpft ist.

Selbst im Falle harter Verhandlungen scheint China mittlerweile besser gerüstet zu sein, um potenzielle Schocks abzufedern. Dies könnte erklären, warum Peking derzeit wenig Interesse zeigt, an der bestehenden Handelsordnung etwas zu ändern.

Technische Einordnung

Das Währungspaar EUR/USD notiert weiterhin oberhalb der zentralen Unterstützung bei 1,1500 – ein nachhaltiger Bruch dieser Marke wäre nötig, um ein mittelfristiges Konsolidierungsszenario zu bestätigen. Parallel dazu hat der Dollar-Index (DXY) bislang den Widerstand bei 99,50 nicht überwinden können.

Der USD/JPY hingegen hat auf dem Unterstützungsniveau bei 149,90 gut reagiert und testet derzeit erneut die vorherigen Hochs bei 153,27. Gelingt der Ausbruch, wären 154,15/50 die nächsten Zielmarken.

Der australische Dollar (Aussie) sowie der neuseeländische Dollar (Kiwi) haben ihre Unterstützungszonen bei 0,6445/00 bzw. 0,5690 gehalten. Der Aussie testet aktuell einen ersten Widerstand bei 0,6545 – ein Schlusskurs oberhalb dieses Niveaus wäre entscheidend, um die seit Mitte September bestehende Konsolidierungsstruktur intakt zu halten.