Wien, 03. Jun (Reuters) - Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner hat die Europäische Union (EU) erneut zu Nachbesserungen bei der Klimapolitik aufgefordert. Die Industrie benötige weiterhin kostenlose CO2-Zertifikate, sagte der Manager am Mittwoch. Die versprochenen Rahmenbedingungen für das bis 2034 geplante Auslaufen der Gratiszuteilung fehlten noch. Allein im laufenden Jahr kosteten die Verschmutzungsrechte den österreichischen Stahlkonzern rund 230 Millionen Euro.

Eibensteiner pochte zudem auf eine Reform des europäischen Strommarktes, da heimische Unternehmen ein Vielfaches der Energiepreise ihrer US-Wettbewerber zahlten. Als Beispiel für nötige strukturelle Änderungen bei der Preisbildung nannte er das sogenannte Merit-Order-Prinzip. Dabei bestimmt das teuerste zur Deckung des Bedarfs benötigte Kraftwerk den Preis für den gesamten gehandelten Strom. Darüber hinaus drängte der Manager auf einen europaweiten Ausbau der Stromnetze für erneuerbare Energien. Auch das als Ersatz für die Gratiszertifikate gedachte neue EU-CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) weise noch Lücken beim Export auf. Diese Themen beträfen nicht nur die Stahlbranche, sondern die gesamte energieintensive Industrie wie die Chemie- und Zementbranche. Hier wolle man weiter mit der Politik im Gespräch bleiben.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)