Block 1: Die wichtigsten Nachrichten

  • eToro startet rund um die Uhr handelbare tokenisierte Aktien und ETFs

    Die Trading-Plattform eToro kündigt eine neue Generation tokenisierter Vermögenswerte an: Noch im laufenden Jahr sollen 100 Aktien und ETFs – darunter Titel wie Alphabet, McDonald’s, Nvidia und Netflix – rund um die Uhr, fünf Tage pro Woche handelbar sein. Ziel ist es, reale Finanzanlagen ähnlich liquide zu machen wie Stablecoins. Grundlage dafür ist ein zunehmend klares regulatorisches Umfeld, etwa durch MiCA in Europa oder den GENIUS Act in den USA. In einer späteren Phase sollen auch Derivate (z. B. via CME Group) folgen.

  • Tether bringt Stablecoin für US-Konsumenten nach GENIUS-Gesetz

    Unmittelbar nach der Unterzeichnung des GENIUS Acts durch Donald Trump kündigt Tether einen US-Dollar-basierten Stablecoin für amerikanische Privatanwender an. Der neue Rechtsrahmen erlaubt es Emittenten nun, ein konformes, schnelles digitales Dollarprodukt zu entwickeln – mit dem Ziel, Konkurrenten wie PayPal oder CashApp herauszufordern. Unklar bleibt bislang, auf welcher Blockchain der neue Coin aufsetzen wird – zur Debatte stehen Ethereum, Tron, Taproot Assets (Bitcoin) oder Tethers eigene Lösung „Stable“.

  • Changpeng Zhaos Vermögen steigt auf 71,2 Milliarden Dollar

    Der BNB-Token erreicht ein neues Rekordhoch von 860 US-Dollar – und lässt das Vermögen von Binance-Gründer Changpeng Zhao (CZ) explodieren. Laut Forbes hält er rund 94 Millionen BNB, was ihn zur reichsten Person im Kryptosektor macht. Global liegt er nun auf Platz 23 der vermögendsten Menschen – deutlich vor Giancarlo Devasini (Tether, 22,4 Mrd.) und Brian Armstrong (Coinbase, 16,3 Mrd.). Seit seinem Rückzug bei Binance arbeitet CZ an neuen Projekten wie YZiLabs und der Bildungsinitiative Giggle Academy.

  • Galaxy Digital verkauft 80.000 Bitcoin im Wert von 9,4 Milliarden US-Dollar

    Galaxy Digital hat den größten Bitcoin-Verkauf der jüngeren Geschichte bestätigt: Für einen anonymen Frühinvestor wurden BTC im Wert von 9,4 Mrd. US-Dollar liquidiert – ursprünglich 2011 gemint, lagen die Coins seither unberührt. Die Transaktion wurde auf mehrere Plattformen verteilt, um Marktturbulenzen zu vermeiden. Der Bitcoin-Kurs zeigte sich trotz des Volumens robust und notiert weiterhin stabil bei rund 118.000 US-Dollar.

Block 2: Die Krypto-Analyse der Woche

Front gegen Web3: Banken schlagen Alarm

Die wahre Offensive gegen Stablecoins kommt aktuell nicht von der SEC oder der Fed – sondern von den größten US-Banken selbst. In einem offenen Schreiben an das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) fordern sie ein sofortiges Moratorium auf die Vergabe von Bundesbanklizenzen an Kryptofirmen. Zielscheibe sind Unternehmen wie Circle, Ripple oder Fidelity Digital Assets, die unter einer sogenannten „National Trust Bank“-Charter tätig werden wollen.

Diese Lizenz würde es den Web3-Firmen erlauben, ohne lokale Genehmigungen in allen Bundesstaaten Bankdienstleistungen – von Zahlungen über Verwahrung bis zur Abwicklung – anzubieten. Aus Sicht der traditionellen Banken wäre das ein Hintertürchen in das Herz des US-Bankensystems – ohne dessen regulatorische Lasten.

Systemrisiko durch regulatorische Aushebelung?

Unterzeichner des Schreibens sind unter anderem die American Bankers Association, die Credit Union-Verbände sowie mehrere Vereinigungen regionaler Banken. Sie argumentieren, dass das Geschäftsmodell der Krypto-Unternehmen nicht mit den treuhänderischen Aufgaben klassischer Trust-Banken vereinbar sei. Die Verwahrung digitaler Assets sei keine klassische Bankdienstleistung – und dürfe nicht als solche durchgewunken werden.

Die Banken warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall: Die Vergabe solcher Lizenzen an nicht-regulierte Akteure könnte eine Kettenreaktion auslösen – weitere Fintechs, Krypto-Start-ups und sogar Big Tech-Konzerne könnten folgen. Dies würde Kapitalanforderungen umgehen, Regulierung unterlaufen und das System destabilisieren.

Zudem kritisieren sie die mangelnde Transparenz in den Zulassungsanträgen der Krypto-Unternehmen. Sie fordern eine öffentliche Konsultationsphase, da die bislang vorgelegten Unterlagen zu vage seien, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

Warum gerade jetzt?

Der Konflikt spitzt sich zu, weil der kürzlich verabschiedete GENIUS Act erstmals einen klaren Rechtsrahmen für Stablecoins schafft. Allerdings dürfen die Emittenten ausschließlich als Stablecoin-Anbieter tätig sein – und müssen zusätzlich für jeden US-Bundesstaat eine Lizenz beantragen. Genau das wollen Circle und Co. umgehen, indem sie sich über das OCC zentral lizenzieren lassen.

Gleichzeitig boomt der Markt: Laut Google Trends erreichen Suchanfragen zum Begriff „stablecoin“ ein Allzeithoch – sogar über dem Level des Terra-Crashs im Mai 2022. Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins beträgt inzwischen 250 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 100 Milliarden binnen eines Jahres – und macht über 6 % des gesamten Kryptomarkts aus.

Weltweite Suchanfragen für den Begriff „Stablecoin”
Google Trends

Die Entscheidung des OCC wird richtungsweisend sein

Bitwise, einer der größten Digital-Asset-Manager der USA, brachte es auf X treffend auf den Punkt: „Der Stablecoin-Markt folgt einer parabolischen Kurve.“ Und genau in diesem Moment muss das OCC eine historische Entscheidung treffen: Entweder wird der Weg freigemacht für eine regulierte Integration der Krypto-Innovation – oder der traditionelle Bankensektor setzt sich mit seiner Verteidigungslinie durch. So oder so: Der Konflikt zwischen Stablecoins und klassischen Banken ist zum Symbol eines tiefgreifenden Wandels in der Finanzwelt geworden.

Stablecoins are going parabolic. pic.twitter.com/Fwj8b0Hhwg

— Bitwise (@BitwiseInvest) July 28, 2025

 

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Block 3: Lesestoff der Woche

Metaplanet, a hotelier turned bitcoin collector, is preparing a wave of acquisitions (Wired)

The crypto industry got what it paid for (The Verge)