Ein kurzfristiger Schub bei den US-Verkäufen hat zuletzt für Rückenwind gesorgt: Viele Käufer wollten sich noch schnell die staatliche Förderung für Elektroautos sichern, bevor das Programm auslief. Gleichzeitig sorgte Elon Musk höchstpersönlich für ein deutliches Signal, als er im vergangenen Monat für über eine Milliarde Dollar Tesla-Aktien erwarb – ein Volumen von 2,57 Millionen Anteilen. Ein solcher Schritt des CEO bleibt nicht unbeachtet – und sendet für viele ein Signal des Vertrauens.
Bei der Hauptversammlung am 6. November sollen die Aktionäre über ein neues Vergütungsmodell abstimmen, das selbst für US-Verhältnisse Maßstäbe sprengt: Elon Musk sollen 12 % der Tesla-Anteile zugesprochen werden – allerdings nur, wenn es ihm gelingt, die Marktkapitalisierung des Unternehmens in den kommenden zehn Jahren auf 8500 Milliarden Dollar zu steigern. Gelingt ihm das, würde sein Anteil auf 29 % steigen. Der Gegenwert dieses Programms? Eine Billion US-Dollar.
Wie realistisch dieses Ziel ist, bleibt offen – und genau darin liegt die „Billionenfrage“. Denn während der Aktienkurs weiter haussiert, zeigen die Fundamentaldaten ein ernüchterndes Bild: Der Umsatz lag im letzten Quartal auf dem gleichen Niveau wie vor drei Jahren, der operative Gewinn wurde im gleichen Zeitraum sogar gedrittelt.
Dennoch bleibt Musk eine polarisierende Figur. Kritiker werfen ihm Realitätsverlust und egomanische Selbstinszenierung vor – seine Anhänger hingegen sehen in ihm einen Jahrhundertvisionär. Fest steht: Der Unternehmer macht keinen Hehl daraus, dass es ihm bei diesem Paket in erster Linie darum geht, seine Kontrolle über Tesla weiter zu festigen, insbesondere nachdem sein Image durch politische Eskapaden zuletzt gelitten hat.
Tesla ist derzeit mit rund 1500 Milliarden US-Dollar bewertet – das entspricht dem Zwölffachen des chinesischen Konkurrenten BYD. Diese Bewertung basierte lange auf der Erwartung einer deutlich höheren Rentabilität. Inzwischen jedoch liefern beide Unternehmen ähnliche operative Margen – während BYD im letzten Quartal dreimal so viele Fahrzeuge auslieferte wie Tesla.



















