Siemens Healthineers, Spezialist für bildgebende Diagnostik, bringt aktuell rund 48 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Siemens hält mit 71,1 % die Mehrheit – ein Anteil, der zum aktuellen Kurswert etwa 34,6 Milliarden Euro entspricht. Seit dem Börsengang 2018 hat Siemens seine Beteiligung schrittweise reduziert – zuletzt im Februar 2025, als rund 2 % für 1,45 Milliarden Euro veräußert wurden.

Kurs auf Wachstum 

Ein erneuter Anteilsverkauf würde CEO Roland Busch, dessen Vertrag bis 2030 läuft, erhebliche finanzielle Mittel für externe Wachstumsinitiativen verschaffen. Vor allem im Bereich KI und Software gilt Siemens als aussichtsreicher Akteur – auch dank der engen Verzahnung mit Siemens Energy und den Digitalisierungslösungen für die Industrieautomation.

Investoren wie Deka Investment fordern eine raschere Reduzierung des Healthineers-Anteils auf 51 % oder weniger. Für Ingo Speich, Leiter Corporate Governance bei Deka, wäre ein mutiger Schritt die Gelegenheit, Buschs langfristige Vision zu untermauern und Siemens klarer auf zukunftsträchtige Technologiefelder auszurichten.

Mehrere Optionen 

Die Ausgestaltung des Rückzugs ist noch offen – mehrere Modelle sind in Prüfung:

  • Ausschüttung der Healthineers-Aktien als Sachdividende an die Siemens-Aktionäre

  • Ausgliederung in eine separate Gesellschaft mit anschließender Abspaltung

  • Schrittweiser Verkauf am Markt ("Placement") über einen längeren Zeitraum

Alle Varianten bringen steuerliche, bilanzielle und regulatorische Herausforderungen mit sich. Laut Berechnungen von JP Morgan könnte eine direkte Ausschüttung von zwei Dritteln der Beteiligung eine Steuerlast von bis zu 7 Milliarden Euro in Deutschland auslösen.

Siemens profitiert – Healthineers unter Druck

Die Unsicherheit über den künftigen Kurs belastet derzeit die Aktie von Siemens Healthineers: Seit Jahresbeginn hat das Papier 15 % an Wert verloren. Im Gegensatz dazu legte die Siemens-Aktie um 31 % zu – getragen von Hoffnungen auf eine Kapitalreallokation und die Positionierung des Konzerns in Wachstumsfeldern wie erneuerbare Energien (über Siemens Energy) und automatisierungsnahe Softwarelösungen.