Siemens: Milliardenschwere Entscheidung zu Healthineers - Weichenstellung am Donnerstag
Der deutsche Industriekonzern Siemens steht kurz vor einer strategischen Weichenstellung: Am Donnerstag will das Unternehmen Details zum teilweisen Rückzug aus seiner börsennotierten Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers bekannt geben. Es geht um eine potenziell milliardenschwere Transaktion, die die industrielle Ausrichtung des Konzerns neu justieren und Investitionsspielräume in Schlüsselbereiche wie künstliche Intelligenz und Industrielle Software schaffen könnte - Felder, die als strategisch entscheidend für die kommende Dekade gelten.
Siemens Healthineers, Spezialist für bildgebende Diagnostik, bringt aktuell rund 48 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Siemens hält mit 71,1 % die Mehrheit – ein Anteil, der zum aktuellen Kurswert etwa 34,6 Milliarden Euro entspricht. Seit dem Börsengang 2018 hat Siemens seine Beteiligung schrittweise reduziert – zuletzt im Februar 2025, als rund 2 % für 1,45 Milliarden Euro veräußert wurden.
Kurs auf Wachstum
Ein erneuter Anteilsverkauf würde CEO Roland Busch, dessen Vertrag bis 2030 läuft, erhebliche finanzielle Mittel für externe Wachstumsinitiativen verschaffen. Vor allem im Bereich KI und Software gilt Siemens als aussichtsreicher Akteur – auch dank der engen Verzahnung mit Siemens Energy und den Digitalisierungslösungen für die Industrieautomation.
Investoren wie Deka Investment fordern eine raschere Reduzierung des Healthineers-Anteils auf 51 % oder weniger. Für Ingo Speich, Leiter Corporate Governance bei Deka, wäre ein mutiger Schritt die Gelegenheit, Buschs langfristige Vision zu untermauern und Siemens klarer auf zukunftsträchtige Technologiefelder auszurichten.
Mehrere Optionen
Die Ausgestaltung des Rückzugs ist noch offen – mehrere Modelle sind in Prüfung:
Ausschüttung der Healthineers-Aktien als Sachdividende an die Siemens-Aktionäre
Ausgliederung in eine separate Gesellschaft mit anschließender Abspaltung
Schrittweiser Verkauf am Markt ("Placement") über einen längeren Zeitraum
Alle Varianten bringen steuerliche, bilanzielle und regulatorische Herausforderungen mit sich. Laut Berechnungen von JP Morgan könnte eine direkte Ausschüttung von zwei Dritteln der Beteiligung eine Steuerlast von bis zu 7 Milliarden Euro in Deutschland auslösen.
Siemens profitiert – Healthineers unter Druck
Die Unsicherheit über den künftigen Kurs belastet derzeit die Aktie von Siemens Healthineers: Seit Jahresbeginn hat das Papier 15 % an Wert verloren. Im Gegensatz dazu legte die Siemens-Aktie um 31 % zu – getragen von Hoffnungen auf eine Kapitalreallokation und die Positionierung des Konzerns in Wachstumsfeldern wie erneuerbare Energien (über Siemens Energy) und automatisierungsnahe Softwarelösungen.
Siemens AG zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Elektro-und Elektronikgeräten. Der Umsatz ist wie folgt auf die verschiedenen Produktfamilien verteilt:
- medizinische Geräte (29,6%): Systeme für die medizinische Bildgebung, Labordiagnostik und Hörgerätesysteme usw.;
- Lösungen für smarte Gebäude und Infrastrukturen (28,7%): Lösungen für den Energiewandel, Produkte der Klimatechnik (Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen), Gebäudesicherheitssysteme (Brandmelde- und Brandschutzsysteme, Zugangskontrollsysteme, Videoüberwachung und Einbruchmeldeanlagen usw.), technische Gebäudemanagementsysteme usw.;
- Digitale Industrieausrüstungen (22,1%): automatisierte Produktions-, Montage-, Logistik- und Überwachungssysteme usw.;
- Mobilitätslösungen und -systeme (15,8%): Schienenfahrzeuge, Bahnautomatisierungssysteme, Bahnelektrifizierungssysteme, digitale und cloudbasierte Lösungen usw.
Der restliche Umsatz (3,8%) wird insbesondere mit Finanzaktivitäten erzielt (Leasing, Ausrüstungs- und Projektfinanzierung, Finanzberatungsleistungen usw.).
Geographisch gesehen verteilt sich der Umsatz wie folgt: Deutschland (14,8%), Europa / Gemeinschaft Unabhängiger Staaten / Afrika / Naher Osten (32%), Vereinigte Staaten (28%), Amerika (4,6%), China (9,1%), Asien und Australien (11,5%).
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Investment
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Gesamt
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Qualität der Veröffentlichungen
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Dieses zusammengesetzte Rating ergibt sich aus dem Durchschnitt der Bewertungen in den Bereichen Rentabilität (zusammengesetzt), Ertragskraft (zusammengesetzt) und Finanzlage (zusammengesetzt). Damit die Berechnung durchgeführt werden kann, muss das Unternehmen in mindestens zwei dieser drei Bewertungskategorien erfasst sein. Wir empfehlen Ihnen, die zugehörigen Beschreibungen aufmerksam zu lesen.
ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.