Rheinmetall fordert von der Bundesregierung rund 12 Milliarden Euro für die Übernahme des kriselnden F126-Fregattenprogramms, wodurch sich die Gesamtkosten für sechs Kriegsschiffe auf etwa 14 Milliarden Euro erhöhen würden, berichtete die Financial Times (FT) am Mittwoch.

Unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen meldete die FT, dass die Marinesparte von Rheinmetall nach einer sechsmonatigen Due-Diligence-Prüfung die Bedingungen für einen Deal dargelegt habe. Damit würde der Konzern den niederländischen Schiffbauer Damen bei dem verzögerten Projekt ersetzen.

Die Gespräche über die Fregatten seien noch nicht abgeschlossen, erklärte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Mittwoch.

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass Damen beim F126-Auftrag weit hinter dem Zeitplan zurückgeblieben sei und dass NVL (Naval Vessels Luerssen), das im März von Rheinmetall übernommen wurde, als Generalunternehmer einspringen könnte.

'Es finden umfangreiche Konsultationen mit zwei großen Unternehmen statt', sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch gegenüber Reuters.

Laut FT umfasst das Angebot der Marinesparte von Rheinmetall eine Inflationsklausel sowie eine geplante Auslieferung des ersten Schiffes im Jahr 2032, vier Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Ein Sprecher der Marinesparte von Rheinmetall erklärte, ein erstes Schiff könnte 2032 oder bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen sogar früher ausgeliefert werden.

'Der genaue Zeitplan für die geplante Indienststellung wird nach Abschluss der Projektbeschleunigungs- und Optimierungsphase gemeinsam mit den Auftraggebern kommuniziert', sagte er.

Berlin plant laut FT zudem den Kauf kleinerer MEKO A-200-Fregatten 'von der Stange' bei TKMS zu einem Preis von jeweils etwa 1 Milliarde Euro. Eine Quelle bezeichnete dies als Druckmittel in den Verhandlungen mit Rheinmetall.

Auf Anfrage von Reuters teilte TKMS mit, man habe einen Vorvertrag unterzeichnet, um das erste MEKO A-200-Schiff bis Ende 2029 an die Bundeswehr auszuliefern und den Bau von insgesamt vier Fregatten vorzubereiten.