Rheinmetall erzielte 2025 einen ausgewiesenen Nettogewinn von 835 Millionen Euro, ein Plus von 3 % gegenüber 808 Millionen Euro im Jahr 2024. Nach Abzug von 139 Millionen Euro, die auf Minderheitsaktionäre entfallen, ergibt sich ein Konzernüberschuss von 696 Millionen Euro. Damit bleibt das Ergebnis deutlich unter dem Marktkonsens von 1,001 Milliarden Euro und liegt auch unter den 717 Millionen Euro des Vorjahres.
Der Gewinn je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten beläuft sich auf 22,73 Euro gegenüber 17,19 Euro ein Jahr zuvor, was einem Anstieg von rund 32 % entspricht. Der Konzern weist darauf hin, dass das derzeit zum Verkauf stehende Automotive-Geschäft inzwischen als aufgegebener Geschäftsbereich bilanziert wird. Die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend nach IFRS 5 angepasst.
Der Konzernumsatz erreichte 9,935 Milliarden Euro und stieg damit um 29 % gegenüber 7,715 Milliarden Euro im Jahr 2024. Diese Entwicklung spiegelt die stark gestiegene Nachfrage im Zuge der europäischen Aufrüstung sowie zunehmende Bestellungen der Streitkräfte wider – insbesondere in Deutschland.
Die Profitabilität wuchs noch schneller als der Umsatz. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 1,841 Milliarden Euro, ein Anstieg von 33 % gegenüber 1,389 Milliarden Euro im Vorjahr, blieb jedoch rund 4 % unter den Erwartungen der Analysten. Die operative Marge lag bei 18,5 %, nach 18,0 % im Jahr 2024.
Der operative Free Cashflow erreichte 1,218 Milliarden Euro, ein Plus von 15 %, blieb jedoch ebenfalls hinter den Erwartungen zurück und lag rund 11 % unter den Prognosen.
Ungebrochen stark bleibt hingegen die kommerzielle Dynamik. Der Auftragsbestand des Konzerns stieg auf ein neues Rekordniveau von 63,8 Milliarden Euro und legte damit innerhalb eines Jahres um 36 % zu.
Rheinmetall kündigte zudem an, der nächsten Hauptversammlung eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vorzuschlagen – deutlich mehr als die 8,10 Euro für das Vorjahr.
„Die Welt verändert sich schnell, und Rheinmetall ist darauf gut vorbereitet. Wir sind gefordert, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken und eine wirksame Abschreckung aufzubauen“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger. Er verwies dabei insbesondere auf „ein neues Rekordniveau beim operativen Ergebnis“.
Für 2026 stellt Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 40 % bis 45 % in Aussicht, was Erlöse zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro bedeuten würde. Die operative Marge soll etwa 19 % erreichen – nach 18,5 % im Jahr 2025 – und damit eine weitere Verbesserung der Profitabilität widerspiegeln.
Der Konzern bestätigt damit sehr günstige Perspektiven, getragen von strukturell steigenden Verteidigungsbudgets in Europa und bei internationalen Partnern.
Analysten sprechen von einer „durchwachsenen“ Veröffentlichung
Nach Veröffentlichung der Zahlen bestätigte Berenberg seine Kaufempfehlung für Rheinmetall, senkte jedoch das Kursziel von 2.200 auf 2.100 Euro. Der Analyst bezeichnet die Ergebnisse als „gemischt“: Das operative Ergebnis von 1,841 Milliarden Euro lag 4 % unter dem Konsens, während der operative freie Cashflow 11 % unter den Erwartungen blieb. Positiv überrascht habe dagegen die vorgeschlagene Dividende, die im Jahresvergleich um 42 % steigen soll.
Das Analysehaus betont jedoch, dass die mittelfristigen Perspektiven weiterhin intakt seien. Die Chancen im Bereich Luftverteidigung nähmen zu, und allein in Deutschland könnte das potenzielle Auftragsvolumen in diesem Jahr rund 67 Milliarden Euro erreichen. „Die Umsatzprognose für 2026 liegt rund 5 % über unseren bisherigen Schätzungen“, heißt es in der Studie, auch wenn die avisierte operative Marge von etwa 19 % leicht unter den Erwartungen des Marktes bleibt.
Auch bei Jefferies bestätigt Analystin Chloé Lemarie ihre Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 2.060 Euro. Wie andere Marktbeobachter verweist auch sie auf das unter den Erwartungen liegende operative Ergebnis und den schwächeren Free Cashflow.
Die Prognose für 2026 erscheint laut Jefferies realistisch, zugleich jedoch etwas vorsichtig: Rheinmetall erwartet ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 % auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 %, was leicht unter den Markterwartungen liegt.
Gleichzeitig hebt die Studie die weiterhin sehr starke Nachfrage im Verteidigungsbereich hervor. Der Auftragsbestand könnte bis Ende 2026 auf 135 Milliarden Euro anwachsen, gestützt insbesondere durch große erwartete Bestellungen aus Deutschland.
Saïma Hussain, Analystin bei AlphaValue, kommt zu einem ähnlichen Urteil: „Die Veröffentlichung hat die sehr hohen Erwartungen des Marktes nicht erfüllt. Die einzige positive Überraschung war die Dividende, die etwa 9 % über den Prognosen lag.“ Ihrer Ansicht nach seien auch die Perspektiven nicht außergewöhnlich positiv. „Zusammengefasst: Es gibt nichts grundsätzlich Problematisches in der Story des Unternehmens, aber Rheinmetall wird zunehmend zu einem klassischen Ausführungsfall.“
DZ Bank bleibt ebenfalls bei ihrer Kaufempfehlung und bestätigt ihr Kursziel von 2.290 Euro. Die Analysten verweisen darauf, dass der Auftragsbestand innerhalb eines Jahres um 36 % auf nahezu 64 Milliarden Euro gestiegen ist – getragen von einer weiterhin sehr hohen Nachfrage.
Das Analysehaus hebt hervor, dass Rheinmetall im Vergleich zu seinen Wettbewerbern ein überproportionales Wachstum erzielt. Die organische Umsatzsteigerung von 29 % stehe einem Branchenschnitt von lediglich 11 % bis 12 % gegenüber. „Mögliche Kursrückgänge betrachten wir als Gelegenheit zum Kauf oder zur Aufstockung“, so der Broker. Die aktuelle Bewertung spiegele die Stärke der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens noch nicht vollständig wider.



















