Die RENK Group meldete für das erste Quartal ein bereinigtes EBIT von 42,4 Mio. Euro. Das entspricht einem Anstieg von 10,4 % gegenüber dem Vorjahr und liegt leicht über dem Konsens von 41,7 Mio. Euro.

Der Konzern verweist insbesondere auf Skaleneffekte in der Division Vehicle Mobility Solutions (VMS) sowie auf Effizienzgewinne durch das neue modulare Produktionskonzept.

Der Umsatz belief sich auf 283,6 Mio. Euro (+4 %) und lag damit knapp unter dem Konsens von 286 Mio. Euro. RENK erklärte jedoch, dass Verzögerungen in der externen Lieferkette einen Teil der Auslieferungen – und damit der Umsätze – in die kommenden Quartale verschoben hätten.

Im Detail verzeichnete die Division VMS einen Umsatzanstieg von 11,2 % auf 191,5 Mio. Euro. Treiber waren insbesondere ein internationales Kampfpanzerprogramm im NATO-Umfeld mit einem Volumen von 157 Mio. Euro sowie zusätzliche Aufträge im Zusammenhang mit dem Puma-Programm.

Die übrigen Sparten entwickelten sich dagegen rückläufig: Marine & Industry sank um 10,8 % auf 65,2 Mio. Euro, während Slide Bearings um 1,3 % auf 30,2 Mio. Euro nachgab.

Rekordauftragseingang und bestätigte Prognose

Der Auftragseingang erreichte mit 582,3 Mio. Euro einen Rekordwert und lag damit 6,1 % über dem Vorjahr. Es war zugleich der beste Jahresauftakt in der Unternehmensgeschichte. Das Book-to-Bill-Verhältnis belief sich auf 2,1x nach 2,0x im Vorjahr.

Der gesamte Auftragsbestand erreichte mit 6,9 Mrd. Euro ebenfalls einen neuen Höchststand, verglichen mit 5,5 Mrd. Euro zum 31. März 2025.

„Der Start ins Jahr 2026 unterstreicht die Stärke unseres Geschäftsmodells und die anhaltend positive Dynamik in unseren Kernmärkten. Wir haben den höchsten Auftragseingang für ein erstes Quartal in der Geschichte von RENK erzielt“, erklärte Vorstandschef Alexander Sagel. „Wir liegen voll im Rahmen unserer Ziele und bestätigen unseren Jahresausblick.“

Für 2026 peilt RENK einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 Mio. und 285 Mio. Euro an.

Ein „Superzyklus“ in der Rüstungsindustrie

Vor zwei Wochen hatte das Management bei einer Veranstaltung, an der auch MarketScreener teilnahm, erklärt, dass der „Superzyklus“ der weltweiten Aufrüstung voraussichtlich mehrere Jahrzehnte andauern werde – getragen von dauerhaft steigenden Verteidigungsbudgets in Europa, den USA und Asien.

Der Konzern betonte zudem, seine Transformation zu einem „Pure Player“ im Verteidigungssektor fortzusetzen. Während derzeit rund drei Viertel des Geschäfts militärbezogen sind, soll dieser Anteil bis 2030 auf über 90 % steigen.

Das Unternehmen hob dabei seine führende Stellung bei Getrieben für militärische Kettenfahrzeuge hervor. RENK ist auf nahezu allen großen westlichen Plattformen vertreten – vom deutschen Leopard 2 über den französischen Leclerc bis hin zum südkoreanischen K2.

Drei Analysten reagieren auf die Zahlen

Berenberg bestätigte nach Veröffentlichung der Zahlen seine Kaufempfehlung für RENK mit einem unveränderten Kursziel von 76 Euro. Die Analysten lobten insbesondere die über den Erwartungen liegende Entwicklung sowie die starke Performance der Division VMS.

Auch Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 78 Euro fest. Das Brokerhaus bezeichnete die Ergebnisse des ersten Quartals als „solide“ und verwies darauf, dass das bereinigte EBIT 4 % über dem Konsens gelegen habe. Zudem hob Jefferies den Anstieg der bereinigten EBIT-Marge um 90 Basispunkte hervor – von 14,1 % auf 15 % –, gestützt durch eine Verbesserung um 160 Basispunkte in der Division VMS.

JP Morgan bleibt ebenfalls positiv für die Aktie und empfiehlt den Titel weiterhin zum Kauf. Das Kursziel bleibt unverändert bei 75 Euro.