Ein Ausblick auf den Tag an den europäischen und globalen Märkten von Stella Qiu

Fällt bei den Aktienanlegern endlich der Groschen? Der Rentenmarkt läutet bereits seit Wochen die Alarmglocken - die ausufernde Inflation bedeutet, dass Zinserhöhungen wieder fest auf der Agenda stehen.

Der KI-getriebenen Rallye scheint allmählich die Puste auszugehen. Wall Street mag zwar neue Höchststände erreicht haben, unterstützt durch einen 4-prozentigen Kurssprung bei Nvidia, während CEO Jensen Huang gemeinsam mit Trump nach Peking reiste, doch in Asien dominiert tiefes Rot.

Japans Nikkei gab um mehr als 1% nach, nachdem die Erzeugerpreise den stärksten Anstieg seit drei Jahren verzeichneten, was Wetten auf eine Zinserhöhung der Bank of Japan im Juni befeuerte. Der südkoreanische KOSPI brach um über 3% ein. Europa steuert zur Eröffnung auf ein Minus von rund 1% zu.

Und über allem schwebt die Straße von Hormus. Iran gibt an, dass etwa 30 Schiffe die Passage passieren, doch das ist im Vergleich zum normalen Vorkriegsverkehr nur ein Rinnsal. Trump signalisiert nach Gesprächen mit Peking Ungeduld.

Die Sorge wächst, dass die Meerenge über den Juni hinaus blockiert bleibt, was die globalen Reserven aufzehren und die Welt in eine handfeste Energiekrise stürzen könnte.

Das 'Smart Money' an den Anleihemärkten scheint sich bereits zu wappnen. Die schwachen Auktionen von US-Staatsanleihen in dieser Woche waren der Warnschuss und verdeutlichten den schwindenden Appetit der Investoren genau in dem Moment, in dem sich die Inflation erhitzt.

Die jüngste Auktion 30-jähriger Anleihen wurde zum ersten Mal seit 2007 bei 5% zugeteilt. Die Renditen erreichten am Freitag mit 5,061% ein 10-Monats-Hoch. Selbst das kurze Ende ist nicht sicher: Die zweijährigen Renditen kletterten auf 4,055%, ein Einjahreshoch.

Angesichts steigender Ölpreise und weiterhin konsumfreudiger Verbraucher preisen die Märkte den geldpolitischen Pfad der Federal Reserve rasant neu ein. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr hat sich innerhalb einer Woche auf 45% mehr als verdoppelt - selbst unter Kevin Warsh, Trumps Favorit für den Fed-Vorsitz.

Alles in allem könnte es für Anleger vor dem Wochenende nicht die schlechteste Idee sein, einen Gang zurückzuschalten.

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Freitag beeinflussen könnten:

-- Trump schließt seinen Staatsbesuch in China ab