Pinterest hat am Donnerstag für das erste Quartal einen Umsatz unter den Erwartungen der Wall Street prognostiziert. Das Unternehmen sieht sich mit deutlich stärkeren Kürzungen der Werbeausgaben von zollbelasteten Einzelhändlern und wachsendem Druck durch finanzstarke Konkurrenten konfrontiert, was die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 18% einbrechen ließ.

Im vergangenen Monat hatte die Bildplattform etwa 15% ihrer Belegschaft abgebaut, um Ressourcen auf künstliche Intelligenz zu verlagern – ein Schritt, den Investoren eher als defensiv denn als mutig bewerteten.

"Viele der größten Einzelhändler wurden überproportional stark von Zöllen betroffen und haben ihre Werbeausgaben branchenweit zurückgefahren, um ihre Margen zu schützen", sagte Finanzchefin Julia Donnelly in einer Telefonkonferenz nach der Ergebnisveröffentlichung. Sie fügte hinzu, dass der höhere Anteil großer Einzelhändler zu einer stärkeren Auswirkung geführt habe.

Werbekunden wenden sich derweil verstärkt den großen sozialen Netzwerken zu, um deren riesige Nutzerbasis und fortschrittliche KI-Tools für die Anzeigenproduktion zu nutzen.

"Der Wettbewerb durch größere Plattformen wie TikTok und Instagram dürfte eine strukturelle Belastung bleiben, da Werbetreibende weiterhin auf skalierte Ökosysteme mit überlegener Zielgruppenansprache und Engagement setzen. Diese Dynamik könnte Pinterest daran hindern, nachhaltig bedeutende Marktanteile im Werbegeschäft zu gewinnen", sagte Longdley Zéphirin, Geschäftsführer der Equity-Research-Firma The Zephirin Group.

Pinterest versucht, Werbekunden mit seiner erweiterten, KI-gestützten Performance+-Anzeigensuite und durch neue Führungskräfte zu gewinnen, darunter der frühere Spotify-Werbechef Lee Brown als Chief Business Officer und die langjährige Amazon-Managerin Claudine Cheever als Chief Marketing Officer.

Doch das Unternehmen muss Werbekunden überzeugen, die bereits auf größeren Plattformen mit ausgefeilten Tools arbeiten, wie Jeremy Goldman, Senior Director bei eMarketer, ergänzte.

Für das erste Quartal erwartet Pinterest einen Umsatz zwischen 951 Millionen und 971 Millionen US-Dollar und bleibt damit unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 980,1 Millionen US-Dollar, wie aus von LSEG zusammengestellten Daten hervorgeht.

Der verhaltene Ausblick von Pinterest steht im Kontrast zu den stärkeren Ergebnissen der Konkurrenten Snap und Reddit, die von ihren jeweiligen KI-Tools profitieren konnten.

Das Unternehmen beendete das Jahr 2025 mit 619 Millionen monatlich aktiven Nutzern weltweit, ein Anstieg von den 553 Millionen, die 2024 gemeldet wurden – ein Zeichen dafür, dass das Kernprodukt weiterhin für Verbraucher attraktiv bleibt, die Inspiration für alles von Wohnkultur über Mode bis hin zu Rezepten suchen.

Der Umsatz im vierten Quartal stieg um 14% auf 1,32 Milliarden US-Dollar und lag damit weitgehend im Rahmen der Schätzungen von 1,33 Milliarden US-Dollar.