Die Pariser Börse schließt den Handelstag mit einem Minus von 1,36 % bei 7 964 Punkten. Besonders belastend wirkten die starken Kursverluste von Legrand (-12,2 %), Kering (-3,8 %) und Pernod Ricard (-3,3 %).

Nachdem der Pariser Leitindex gestern Abend die seit sechs Sitzungen andauernde Abwärtsbewegung gerade noch aufhalten konnte, war er heute nicht in der Lage, dem Einbruch an der Wall Street standzuhalten. Dort fiel der Nasdaq um 1,7 %, gefolgt vom S&P 500 mit einem Minus von 1 %. Die unerwartete Korrekturwelle dieses Donnerstags machte auch vor den übrigen europäischen Märkten nicht halt: Der E-Stoxx 50 verlor 1 %, der DAX 40 1,3 %.

Während sich Anleger verständlicherweise Fragen zu den Bewertungen amerikanischer KI-Werte stellen (OpenAI strebt laut Berichten eine staatliche Garantie für massive Kredite zur Finanzierung von Entwicklungsausgaben in Höhe von über 1 000 Mrd. USD an), stehen am heutigen Donnerstag auch andere Sektoren im Fokus. Laut der aktuellen Challenger-Umfrage erreichte die Zahl der im Oktober gestrichenen Arbeitsplätze den höchsten Stand seit 22 Jahren.

Natürlich wirkt sich auch der sogenannte 'Shutdown' zunehmend auf das Wachstum aus: Viele administrative Abläufe, die normalerweise die Geschäftstätigkeit erleichtern, verzögern sich und blockieren Initiativen. Besonders betroffen ist jedoch der Privatsektor, der eine ungewöhnlich hohe Zahl an Kündigungen und Vertragsauflösungen verzeichnet.

Zu den heutigen Terminen: Die Bank of England (BoE) dämpfte Hoffnungen auf Zinssenkungen und beließ ihren Leitzins ('Repo') bei 4 %. Sie will vor einer Entscheidung auf ihrer Dezember-Sitzung zunächst neue Indikatoren abwarten. Der FT100 reagierte kaum und gab lediglich 0,5 % nach.

In Deutschland stieg die Industrieproduktion im September 2025 laut den saisonbereinigten Destatis-Daten (CVS-CJO) um 1,3 % gegenüber dem Vormonat, nachdem sie im August noch um 3,7 % (revidiert von ursprünglich -4,3 %) zurückgegangen war.

Auch auf der Statistikseite: Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind im September laut Eurostat überraschend gesunken. Das Statistikamt der Europäischen Union führt den Rückgang auf verringerte Kraftstoffkäufe zurück. Demnach gingen die Einzelhandelsumsätze in den 20 Ländern der Eurozone im Monatsvergleich um 0,1 % zurück, während Ökonomen mit einem Anstieg von 0,2 % gerechnet hatten.

Am Anleihemarkt entspannten sich die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen um 2 Basispunkte auf 2,654 %, während die französische OAT mit gleicher Laufzeit um 1 Basispunkt auf 3,447 % zurückging.

Jenseits des Atlantiks kehrt nach dem Renditesprung vom Mittwochabend ('10-jährige' US-Anleihen stiegen um 7 Basispunkte auf 4,16 %) die Risikoscheu zurück: Die Rendite der T-Bond 2035 fällt um 6,7 Basispunkte auf 4,0930 %, die der 30-jährigen Anleihe um 5,5 Basispunkte auf 4,682 %.

Am Energiemarkt kehrt sich die Entwicklung des Brent-Öls um: Nach einem Anstieg von 1 % auf 64,2 USD fällt der Kurs um 0,5 % auf 63,25 USD.

Am Devisenmarkt gewinnt der Euro 0,4 % gegenüber dem US-Dollar und notiert bei 1,154 USD.

Bei den Kryptowährungen verliert der Bitcoin 2,4 % auf 101 500 USD, Ethereum gibt um 4 % auf 3 300 USD nach.

Aus den Unternehmen:

  • Legrand meldet für die ersten neun Monate 2025 einen um 7 % gestiegenen Nettogewinn (Gruppenanteil) auf 892,3 Mio. Euro sowie eine bereinigte operative Marge von 20,7 % nach Akquisitionen (vor Akquisitionen 20,6 %). Das Unternehmen bestätigt für 2025 ein Umsatzwachstum (organisch und durch Akquisitionen, ohne Währungseffekte) zwischen +10 % und +12 % sowie eine bereinigte operative Marge von 20,5 % bis 21 %.
  • Veolia spricht von ,,soliden Ergebnissen" für die ersten neun Monate 2025 im Rahmen der Jahresziele, insbesondere mit einem organischen Anstieg des laufenden EBIT um 7,9 % auf 2,74 Mrd. Euro und einem organischen EBITDA-Wachstum um 5,4 % auf 5,08 Mrd. Euro.
  • Engie geht davon aus, dass der wiederkehrende Nettogewinn (Gruppenanteil) 2025 am oberen Ende der Spanne von 4,4 bis 5 Mrd. Euro liegen wird. Das EBIT (ohne Nuklearsparte) erwartet das Unternehmen in der oberen Hälfte der Spanne von 8 bis 9 Mrd. Euro.
  • ArcelorMittal zeigte sich optimistisch für das Geschäftsjahr 2026, nachdem die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen wurden. Die Aktie legte zu Handelsbeginn in Paris deutlich zu. Das EBITDA sank zwar auf 1,51 Mrd. USD (Vorjahr: 1,58 Mrd. USD), lag aber über dem Konsens von 1,46 Mrd. USD.
  • Air France-KLM stürzte nach der Veröffentlichung von Quartalsergebnissen, die unter den Erwartungen lagen, an der Börse ab. Dies führte nach dem starken Kursanstieg seit Jahresbeginn zu umfangreichen Gewinnmitnahmen. Der Umsatz stieg um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr auf 9,2 Mrd. Euro.
  • Vallourec wurde erneut von TotalEnergies ausgewählt, um für das Projekt Associated Gas Upstream Project 2 ("AGUP2") im Irak Verrohrungen, Produktionsrohre und zugehöriges Zubehör für 48 Bohrungen zu liefern.