Eine Optionsstrategie, die darauf setzt, dass Aktien nach Unternehmenszahlen stärkere Bewegungen verzeichnen als erwartet, hat in dieser Berichtssaison außergewöhnlich gut abgeschnitten, wie Daten des Optionsanalyse-Dienstleisters ORATS zeigen.

Der Kauf von Optionsstraddles auf US-Unternehmen, die in den letzten vier Wochen Ergebnisse veröffentlicht haben – eine Strategie, die den Erwerb einer Put- und einer Call-Option kombiniert – zahlt sich in diesem Quartal aus, wie die Daten von ORATS belegen.

Calls gewähren das Recht, Aktien zu einem festen Preis in der Zukunft zu kaufen, und Puts bieten das Recht, Aktien zu verkaufen. Der Besitz beider Kontrakte ermöglicht es Händlern, von größeren als erwarteten Kursschwankungen nach Bekanntgabe der Ergebnisse zu profitieren, ohne eine Prognose über die Richtung der Bewegung treffen zu müssen.

In den vergangenen vier Wochen erzielten Optionsstraddles auf US-Unternehmen, die Ergebnisse bekanntgaben, eine durchschnittliche Rendite von 45 %, wie ORATS-Daten zeigen. Das liegt deutlich über dem Durchschnittsertrag von 2 % in den letzten 12 Quartalen.

"Es war eine wirklich gute Saison für Straddle-Besitzer", sagte Matt Amberson, Gründer von ORATS.

"Gewinnveröffentlichungen sind wieder wichtig. Jeder will wissen, wie sich die Unternehmen in diesem wirtschaftlichen Umfeld schlagen und welche Prognosen sie abgeben", sagte er.

"Wenn die Nachrichten gut sind, sehen wir starke Kursanstiege. Sind die Nachrichten schlecht, werden die Aktienkurse abgestraft", so Amberson.

Microsoft und Meta sind zwei bemerkenswerte Großunternehmen, die erhebliche, durch Gewinne ausgelöste Kursschwankungen erlebten: Die Aktien von Microsoft fielen nach der Veröffentlichung um 10 %, während die Meta-Aktien in etwa gleichem Maße stiegen.

Die allgemein niedrigen Erwartungen an Kursschwankungen zu Beginn der Berichtssaison – der Cboe Volatility Index bewegte sich zu Jahresbeginn nahe mehrmonatigen Tiefstständen – könnten dazu beigetragen haben, dass der Handel besonders attraktiv war, da es für Anleger günstiger war, auf stärkere Kursbewegungen zu setzen.

Von den 353 Unternehmen im S&P 500, die bis zum 12. Februar Gewinne gemeldet hatten, übertrafen laut einer Analyse der I/B/E/S-Daten von Tajinder Dhillon, Leiter des Bereichs Gewinn- und Aktienforschung bei LSEG Data & Analytics, 75,4 % die Erwartungen der Analysten.