Der dänische Pharmakonzern, bekannt für seine Diabetes- und Adipositasmedikamente, meldete einen berichteten Umsatzanstieg von 32 % auf 96,823 Mrd. dänische Kronen (rund 13 Mrd. Euro). Begünstigt wurde das Ergebnis durch die positive Wirkung einer Rückstellungsauslösung im Zusammenhang mit dem US-Arzneimittelprogramm „340B“. Dieses 1992 eingeführte System verpflichtet Pharmaunternehmen dazu, bestimmte Medikamente zu stark reduzierten Preisen anzubieten.

Bereinigt um die Auflösung der 340B-Rückstellung und zu konstanten Wechselkursen sank der Umsatz hingegen um 4 %. Belastet wurde die Entwicklung durch niedrigere tatsächliche Verkaufspreise, die nur teilweise durch das Volumenwachstum bei GLP-1-Produkten in allen Regionen kompensiert werden konnten. Im Detail legte das Geschäft mit Adipositasmedikamenten um 22 % zu.

Das bereinigte operative Ergebnis ging zu konstanten Wechselkursen um 6 % zurück. Das berichtete operative Ergebnis sprang dagegen – ebenfalls auf vergleichbarer Währungsbasis – um 65 % auf 59,618 Mrd. dänische Kronen nach oben, gestützt durch denselben positiven Effekt aus dem 340B-Programm.

Analysten reagieren

Für Jefferies lagen Umsatz und Gewinn im ersten Quartal über den Erwartungen. Die Analysten betonen insbesondere, dass Lageraufbau-Effekte beim Produkt Wegovy die Ergebnisse gestützt hätten. Die US-Investmentbank verweist zudem darauf, dass die starke Entwicklung der GLP-1-Produkte – einer Medikamentenklasse, die ein Hormon zur Regulierung des Blutzuckers, des Sättigungsgefühls und der Verdauung nachahmt – die deutlichen Einbußen im Insulingeschäft kompensiert habe.

Jefferies merkt außerdem an, dass die Bruttomarge zwar leicht schwächer ausgefallen sei, dies jedoch durch deutlich niedrigere operative Kosten ausgeglichen worden sei. Dadurch habe das bereinigte operative Ergebnis die Erwartungen um 14 % übertroffen, während der unbereinigte verwässerte Gewinn je Aktie 9 % über dem Konsens gelegen habe.

Bei Oddo BHF heben die Analysten insbesondere den starken Marktstart des oralen Adipositasmedikaments in den USA sowie die gute Kostenkontrolle hervor. Novo Nordisk erklärte dazu, dass seit dem US-Start der Wegovy-Tablette am 5. Januar im ersten Quartal 1,3 Mio. Verschreibungen registriert worden seien und seit der Einführung insgesamt mehr als 2 Mio. Das Unternehmen spricht vom volumenstärksten Marktstart eines GLP-1-Produkts in den USA überhaupt.

Jahresziele leicht nach oben angepasst

Beim Ausblick wurden einige Prognosen aufgrund höherer Erwartungen an die GLP-1-Verkäufe leicht angehoben. Der bereinigte Umsatz (ohne 340B-Effekt) wird nun zu konstanten Wechselkursen zwischen -4 % und -12 % erwartet, nach zuvor -5 % bis -13 %.

Auch beim bereinigten operativen Ergebnis rechnet Novo Nordisk nun mit einer Entwicklung zwischen -4 % und -12 % zu konstanten Wechselkursen, verglichen mit der bisherigen Prognose von -5 % bis -13 %.

Jefferies bezeichnete die Anhebung als vorsichtig und erinnert daran, dass sich die Konsensschätzungen bereits am oberen Ende der neuen Prognosespanne bewegten. Weitere deutliche Anhebungen seien daher wenig wahrscheinlich.

Auch Oddo BHF kommt zu einem ähnlichen Schluss. Die Analysten betonen ebenfalls, dass „der Konsens bereits im oberen Bereich dieser Zielspannen liegt“.

AlphaValue wiederum hatte „eine etwas stärkere Anhebung der Ziele“ erwartet.

Jefferies bestätigte seine Halteempfehlung für Novo Nordisk mit einem Kursziel von 270 dänischen Kronen. Oddo BHF bleibt bei „Neutral“ und sieht das Kursziel bei 305 dänischen Kronen.