Nippon Steel hat am Donnerstag seine Prognose für den Nettoverlust im Geschäftsjahr bis März auf 70 Milliarden Yen (446,1 Millionen US-Dollar) ausgeweitet, was unter anderem auf einen Brand in einem Hochofen zurückzuführen ist, nachdem das Unternehmen in den neun Monaten bis Dezember in die Verlustzone gerutscht war.

Japans größter Stahlhersteller hatte zuvor einen Verlust von 60 Milliarden Yen erwartet, bedingt durch Abschreibungen im Zusammenhang mit dem 15-Milliarden-Dollar-Deal zur Übernahme von U.S. Steel, der im Juni abgeschlossen wurde, sowie nach dem Ausstieg aus Stahlgeschäften in Brasilien.

Die Jahresbilanz des Unternehmens wird zudem durch Stahlexporte aus China, eine schwache Inlandsnachfrage und eine Sonderbelastung infolge eines Brandes in der Stahlanlage in Muroran auf Hokkaido belastet.

Der Hochofen in Muroran, der im Dezember stillgelegt wurde und im März den Betrieb wieder aufnehmen soll, wird laut Finanzchef Takahiko Iwai das Ergebnis von Nippon Steel mit 40 Milliarden Yen belasten, wie er auf einer Ergebnispräsentation mitteilte.

In den neun Monaten bis Dezember verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 45 Milliarden Yen, während im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 362,1 Milliarden Yen erzielt worden war.

Iwai erklärte, dass sich die Performance von U.S. Steel im nächsten Geschäftsjahr voraussichtlich erholen werde, da sich der US-Stahlmarkt wieder erholt habe, wollte jedoch keine konkrete Gewinnprognose abgeben.

Für Nippon Steel bleiben die Auslandsgeschäfte, insbesondere in den USA und Indien, die wichtigsten Wachstumstreiber.

"Das Stahlgeschäft in Indien verzeichnete zwar einen Rückgang der Margen, erholt sich jedoch seit dem Tiefpunkt im Dezember wieder", sagte Iwai und fügte hinzu, dass das Unternehmen dort die Kapazitätserweiterung beschleunigen wolle.

Reuters berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Quellen, dass Nippon Steel erwäge, bis zu 500 Milliarden Yen an wandelbaren Anleihen zu verkaufen, da das Unternehmen Kapital für die Expansion im Ausland und für Dekarbonisierungsinitiativen benötige.

Das Unternehmen benötige zudem langfristige Finanzierungen, um einen Überbrückungskredit abzulösen, den es im vergangenen Jahr für die Übernahme von U.S. Steel in Höhe von rund 2 Billionen Yen aufgenommen hatte, so die Quellen weiter.

Nippon Steel werde die optimalen Finanzierungsoptionen prüfen, da der Überbrückungskredit im Juni auslaufe, sagte Iwai und ergänzte, dass bislang noch keine Entscheidung hinsichtlich der Finanzierung getroffen worden sei.

(1 US-Dollar = 156,9100 Yen)