Von Peter Mandelson im Vereinigten Königreich bis zum ehemaligen französischen Kulturminister Jack Lang: Die Epstein-Affäre erschüttert die internationale Politik und hat zahlreiche Persönlichkeiten zum Rücktritt gezwungen.

In den Vereinigten Staaten stehen zwei Mitglieder der Trump-Administration unter erheblichem Druck. Zunächst Howard Lutnick: Die jüngst vom Justizministerium veröffentlichten Dokumente haben die Verbindungen des Handelsministers zu dem in Ungnade gefallenen Finanzier offengelegt.

Zum anderen Pam Bondi, die Attorney General, die seit Monaten wegen ihres Umgangs mit der Epstein-Affäre unter Druck steht. Am Mittwoch wurde sie vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses angehört. Abgeordnete kritisierten erneut die aus ihrer Sicht übermäßigen Schwärzungen in den veröffentlichten Unterlagen, während das Justizministerium auf den Schutz der Opfer verweist.

Seit etwas mehr als einem Jahr schienen mehrere Kabinettsmitglieder Donald Trumps politisch angeschlagen. Doch nahezu alle haben die jeweiligen medialen Stürme letztlich überstanden.

Zuletzt geriet Heimatschutzministerin Kristi Noem unter Druck, nachdem Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE landesweit für Empörung gesorgt hatten. Im Januar wurden in Minneapolis zwei Menschen bei einem Einsatz von ICE-Beamten getötet. Tom Homan, der als „Grenz-Zar“ bekannte Beauftragte, wurde vor Ort entsandt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, während Kristi Noem zeitweise aus dem öffentlichen Fokus verschwand. Dennoch bleibt sie im Amt.

Anfang vergangenen Jahres galt auch die Position von Verteidigungsminister Pete Hegseth – inzwischen bisweilen wieder als „Kriegsminister“ bezeichnet – als kaum haltbar. Der frühere Fox-News-Moderator war mit mehreren Skandalen und internen Turbulenzen in den ersten Wochen nach seinem Amtsantritt im Pentagon konfrontiert.

Der bislang einzige, der seinen Posten räumen musste, ist Mike Waltz, der als Nationaler Sicherheitsberater fungierte. Er hatte den Chefredakteur des Magazins The Atlantic, Jeffrey Goldberg, versehentlich in eine Signal-Gruppe hochrangiger Regierungsvertreter aufgenommen, in der über Militärschläge im Jemen diskutiert wurde.

Ein gravierender Fehler für einen Nationalen Sicherheitsberater. Dennoch fiel Waltz nicht in Ungnade: Im September wurde er zum US-Botschafter bei den Vereinten Nationen ernannt. Seither wurde kein offizieller Nachfolger bestimmt. Außenminister Marco Rubio nimmt derzeit eine Doppelrolle als Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater wahr.

Damit markiert die zweite Amtszeit einen deutlichen Kontrast zur ersten Trump-Administration, in der spektakuläre Rücktritte und Entlassungen über vier Jahre hinweg regelmäßig für Schlagzeilen sorgten. Donald Trump hatte 2016 selbst nicht mit einem Wahlsieg gegen Hillary Clinton gerechnet und war entsprechend weniger vorbereitet auf die Ausübung des Amtes.

Er umgab sich damals mit traditionelleren Republikanern – Persönlichkeiten, die eigene Positionen vertraten, offen widersprachen und im Zweifel auch zurücktraten.

Diesmal hatte Trump vier Jahre Zeit, seine Rückkehr an die Macht vorzubereiten. Er hat sich gezielt mit Loyalisten umgeben. Sein Kabinett besteht aus Gefolgsleuten, deren Treue zum Präsidenten höher gewichtet wird als ihre fachliche Eignung für das jeweilige Ressort. Rücktritte aus eigenem Antrieb sind daher kaum zu erwarten.

Donald Trump agiert ungern unter Zwang und vermeidet es, den Eindruck zu erwecken, er gebe dem Druck nach. Gerät ein Kabinettsmitglied unter Beschuss, ist es daher wenig wahrscheinlich, dass er Forderungen der Demokraten nachkommt und die betreffende Person entlässt. Standhaftigkeit ist für ihn auch ein Mittel zur Demonstration von Autorität.

Ende November berichtete CNN, ein Kabinettsumbau zu Beginn des Jahres 2026 sei möglich. Inzwischen scheint dieses Szenario jedoch nicht mehr auf der politischen Agenda zu stehen.