Für das in San Francisco ansässige Unternehmen liegen die Chancen und Synergien, die sich aus der größten technologischen Revolution des Jahrhunderts ergeben, auf der Hand. Doch ist Elastic bereits erfolgreich transformiert oder zumindest auf dem besten Weg dorthin? Die Ende vergangener Woche veröffentlichten Jahreszahlen wurden von Beobachtern mit Spannung erwartet, um genau diese Frage zu beantworten.

Elastic steigerte seinen Umsatz innerhalb von zwölf Monaten um 17 % und bewegte sich damit in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Für das Geschäftsjahr 2027 wird allerdings ein deutlich geringeres Wachstum erwartet. Nachdem diese Prognose zunächst Druck auf die Aktie ausgeübt hatte, setzte anschließend dennoch eine kräftige Kurserholung ein.

Es fällt schwer zu übersehen, dass sich das Wachstumstempo seit mittlerweile zehn Jahren auf einem absteigenden Pfad befindet. Damals bewegte sich die Wachstumsrate noch im dreistelligen Bereich oder zumindest in dessen Nähe. Bislang zeichnet sich keine echte Trendwende ab.

Im Suchgeschäft bleibt die Suchmaschine von Elastic zwar häufig die bevorzugte Lösung anspruchsvoller Entwicklerteams, muss sich jedoch gegen Wettbewerber wie Algolia behaupten, das einfacher zu implementieren ist, gegen Coveo sowie gegen OpenSearch, das als frei verfügbare Open-Source-Lösung angeboten wird.

Auch im Bereich Observability stellt die Konkurrenz durch die äußerst populäre Open-Source-Plattform Grafana eine zusätzliche Herausforderung dar. Zudem wird Elastic in diesem Segment häufig als zweite Wahl hinter Datadog angesehen. Im Cybersecurity-Geschäft wiederum ist der Wettbewerb besonders intensiv und wird von Microsoft sowie mehreren spezialisierten Anbietern dominiert.

Die nächste große Auseinandersetzung dürfte daher im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz stattfinden. Wenig überraschend ist Elastic dabei keineswegs allein. Das Unternehmen kann auf den Vorteil einer integrierten Plattform und einer bereits enorm großen Nutzerbasis bauen. Gleichzeitig ist es kein reiner KI-Spezialist – und genau das könnte sich als Nachteil erweisen.

Die Monetarisierung bleibt für Elastic ein zentrales Thema. Der Aktienkurs tritt seit dem Börsengang vor sieben Jahren weitgehend auf der Stelle. Zwar hat sich der Umsatz in diesem Zeitraum versechsfacht, doch das Wachstum hat sich kontinuierlich verlangsamt.

Gleichzeitig hat sich die Zahl der ausstehenden Aktien ebenfalls verdoppelt – eine Folge der Verwässerung durch Aktienoptionen. Die Profitabilität bleibt trotz spürbarer Verbesserungen in den vergangenen Jahren vergleichsweise schwach.

Dennoch verfügt Elastic über eine solide Bilanz, weist inzwischen ein positives EBITDA aus und kommt auf einen Unternehmenswert von rund 6 Mrd. US-Dollar. Die Bewertung entspricht lediglich dem Dreifachen des Jahresumsatzes. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass der Gewinn des Geschäftsjahres 2026 durch einen außergewöhnlichen Steuerertrag begünstigt wurde und daher nicht einfach fortgeschrieben werden kann.

Wie viele ehemalige SaaS-Börsenstars, die nach dem Platzen der Branchenblase im Herbst 2021 – dem berüchtigten „SaaSmageddon“ – massiv an Wert verloren, kündigte auch Elastic im vergangenen Herbst ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio. US-Dollar an. Rund zwei Drittel dieses Programms wurden inzwischen bereits umgesetzt.