Der US-Senderbetreiber Nexstar Media versucht, den nationalen Netzwerken über seine Partnerstationen Paroli zu bieten, wie Bloomberg News am Freitag unter Berufung auf ein Regulierungsdokument und Insider berichtete.

Die größte lokale TV-Sendergruppe der USA hat damit begonnen, ihre Stationen daran zu hindern, lokale Nachrichtensendungen mit Beiträgen nationaler Netzwerke wie ABC, NBC und CBS zu füllen. Stattdessen werden sie aufgefordert, Inhalte des hauseigenen Kabelsenders NewsNation zu nutzen, so der Bericht.

Nexstar lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab.

Das Unternehmen kontrolliert mehr als 200 Stationen in 116 US-Märkten und erreicht damit 220 Millionen Menschen. Zudem betreibt es namhafte Medienobjekte wie NewsNation.

Nexstar beendete die Vereinbarung seiner Stationen mit der Comcast-Tochter NBC über den Austausch nationaler Berichterstattung. Nationale Nachrichtensendungen wie die "Today Show" oder "Nightly News" von NBC seien davon jedoch nicht betroffen, berichtete Bloomberg.

CEO Perry Sook erklärte im März vor Mitarbeitern, dass er NewsNation "letztlich als exklusiven Nachrichtendienst und nationalen Partner für alle unsere lokalen Nachrichtenaktivitäten" sehe. Das Unternehmen solle "die Feeds von Drittanbietern und anderen Nachrichtendiensten ersetzen, die wir derzeit für die Gestaltung unserer lokalen Sendungen nutzen", so Bloomberg unter Berufung auf eine Tonaufnahme.

Ein Bundesrichter verlängerte am Freitag eine Anordnung, die die Übernahme des konkurrierenden Senderbetreibers Tegna durch Nexstar vorübergehend einfriert.

Die Unternehmen hatten den 3,54 Milliarden Dollar schweren Deal abgeschlossen, nachdem das Justizministerium und die Federal Communications Commission (FCC) am 19. März ihre Zustimmung erteilt hatten. Doch die Fusion, die von Präsident Donald Trump öffentlich unterstützt wurde, steht vor rechtlichen Hürden, nachdem der Konkurrent DirecTV eine Kartellklage auf Bundesebene eingereicht hat.

Acht Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien und New York, haben ebenfalls eine einstweilige Verfügung beantragt, um den Zusammenschluss zu stoppen.

Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr vertritt die Ansicht, dass nationale Netzwerke wie NBC und Walt Disneys ABC zu viel Macht angehäuft haben. Er wolle lokale Partnerstationen im Besitz von Unternehmen wie Tegna und Nexstar dazu ermächtigen, Programme eigenständig zu ersetzen.