FRANKFURT (Dow Jones)--Mit leichten Aufschlägen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Eine Abwärtsrevision des US-BIP sorgte für versöhnliche Stimmung und drängte Inflationsängste etwas zurück. Mit dem Feiertag in Deutschland fehlten jedoch hiesige Marktteilnehmer, das Geschäft verlief ruhig.

Übergeordnetes Thema blieben die Zinssorgen nach den zumeist ungünstigen Inflationsdaten. Marktteilnehmer bereiteten sich daher auf den volatilen Freitag mit einer Flut an entscheidenden Inflations- und Konjunkturdaten aus Europa und den USA vor. Der DAX stieg um 0,1 Prozent auf 18.497 Punkte.


   Schlechte Inflationsdaten überwiegen bisher 

In ganz Europa überwiegen zur Zeit schlechte Inflationsdaten: Nach den über Erwartung ausgefallenen deutschen Verbraucherpreisen (CPI) vom Vortag lieferten auch die spanischen Preisdaten eine weitere negative Indikation. Bereits nach dem deutschen Inflationsanstieg im Mai waren die Zinssenkungserwartungen am Markt leicht gefallen. Wie die Deutsche Bank anmerkte, werden nun bis April 2025 Zinssenkungen in der Eurozone von insgesamt 75 Basispunkten (Bp) eingepreist, ein Minus von 8 Bp im Vergleich von vor den Daten.


   Leichte Erholung bei Anleihen nach Kursrutsch wegen US-Renditen 

Der Kursrutsch am internationalen Rentenmarkt konnte etwas gebremst werden dank der Abwärtsrevision des US-BIP. Denn mit 1,3 Prozent ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal schwächer gewachsen als in der ersten Veröffentlichung. "Das ist genau das Wunschszenario von gutem, aber nicht extremem Wachstum", sagte ein Händler. Gute Laune machte dann der darauf folgende Rückgang der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf 4,56 Prozent.

Entscheidend wird nun der PCE-Preisindex am Freitag: Er zeigt die Preise der persönlichen Ausgaben der US-Verbraucher an und gilt als das von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß.


   SAP nach Salesforce-Kursknick unter Druck  - Bayer gesucht 

Ein Kurseinbruch bei Salesforce drückte die SAP-Aktie um 4,1 Prozent nach unten. Nach durchwachsenen Geschäftszahlen und einem schwachen Quartalsausblick brach der Kurs des SAP-Konkurrenten in den USA um über 20 Prozent ein.

Bayer stiegen um 4,2 Prozent. Einem Parkinson-Medikament wurde in den USA der Schnellzulassungsstatus gewährt. Dazu hatte Goldman Sachs die Abdeckung der Aktie mit "Neutral" wieder aufgenommen. Das erleichtert die Investierbarkeit der Aktie, denn viele Fonds konnten in die Aktie ohne ausreichende Analysten-Abdeckungen nicht investieren.

Durch Dividendenabschläge optisch im Minus schlossen unter anderem die Kurse bei VW (-5,2%) im DAX und Kion (-2,5%).

Adidas (+1,9%) und Puma (+1,7%) profitierten von erneut guten Nachrichten aus dem US-Einzelhandelssektor: Nach der erhöhten Prognose von Dick's Sporting Goods am Vortag legte nun Foot Locker so starke Quartalsdaten vor, dass ihre Aktien an Wall Street um bis zu 30 Prozent sprangen. Deutsche Telekom zeigten sich von enttäuschenden Zahlen bei Telecom Italia unberührt und legten 1,8 Prozent zu. Für KWS ging es mit einem deutlich erhöhten Kursziel durch Warburg um 5 Prozent nach oben.


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INDEX                                   zuletzt  +/- %  +/- % YTD 
DAX                                   18.496,79  +0,1%    +10,52% 
DAX-Future                            18.558,00  +0,1%     +7,88% 
XDAX                                  18.509,06  +0,1%    +10,38% 
MDAX                                  26.811,01  +0,8%     -1,20% 
TecDAX                                 3.355,90  -0,2%     +0,55% 
SDAX                                  15.077,95  +1,3%     +8,01% 
zuletzt                                         +/- Ticks 
Bund-Future                            129,26%    +33 
YTD - bezogen auf Schlusskurs Vortag 
 
Index   Gewinner  Verlierer  unv.  Umsatz Mio Euro  Mio Aktien  Vortag 
DAX           30         10     0          3.027,4        55,0    62,2 
MDAX          38          8     4            389,4        21,6    36,2 
TecDAX        17         11     1            780,3        15,8    16,5 
SDAX          56         11     3             90,7         6,1     6,3 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 30, 2024 11:52 ET (15:52 GMT)