Die Kreditqualität bleibt durchweg solide, während die Trading-Desks vom erhöhten Handelsvolumen und der gesteigerten Risikofreude der Anleger profitieren konnten. Alle drei Banken übertrafen die Erwartungen beim Gewinn je Aktie – eröffneten den Handelstag dennoch im Minus. Der Tenor des Managements: „Bisher läuft alles rund.“
Goldman Sachs: Der Trading-Titan liefert
Goldman Sachs erzielte einen Quartalsumsatz von 14,58 Mrd. USD – über eine Milliarde mehr als erwartet. Davon entfielen 600 Mio. USD allein auf die starken Handelsergebnisse. Der Nettogewinn stieg um 22 % auf 4,72 Mrd. USD bzw. 10,91 USD je Aktie – deutlich über dem Analystenkonsens von 9,77 USD.
Der Marktbereich macht inzwischen über zwei Drittel des Konzernumsatzes aus und wuchs im Jahresvergleich um 24 %. Besonders stark war das Aktiengeschäft, das ein Allzeithoch von 4,3 Mrd. USD erreichte (+36 % ggü. Vorjahr).
Die verwalteten Vermögen überstiegen erstmals 3.200 Mrd. USD. Dies war bereits das 30. Quartal in Folge mit Nettozuflüssen – insgesamt 120 Mrd. USD, davon 115 Mrd. marktbedingt, nur 5 Mrd. durch Nettoeinzahlungen.
Goldmans Fähigkeit, in volatilen Marktphasen zu glänzen, zeigt sich erneut.
Bank of America: Stabilität mit Rückenwind
Bank of America, stärker im Privatkundengeschäft positioniert, zeigt sich stabiler – aber keineswegs weniger profitabel. Die Kundennachfrage bleibt hoch: Private Investitionen legten um 13 % zu, Neukundenzuwächse gibt es sowohl im Retail- als auch im Investmentbanking. Das Kreditbuch wächst weiter, ebenso die Transaktionsvolumina.
Das verwaltete Vermögen stieg um 10 % auf 2.000 Mrd. USD. Insgesamt betreut die Bank Vermögen von 4.400 Mrd. USD, bei Nettozuflüssen von 19 Mrd. USD im Quartal.
Auch im Trading profitierte die Bank von der Marktdynamik: +9,6 % im Aktienhandel, +17 % im Fixed-Income-, Währungs- und Rohstoffgeschäft. Die Nettozinserträge lagen mit +7 % ebenfalls über den Erwartungen (Prognose: +6,5 %).
Der Nettogewinn stieg auf 7,1 Mrd. USD (+3,2 %) bzw. 89 Cents je Aktie – über den erwarteten 86 Cents und deutlich über den 83 Cents des Vorjahres.
Morgan Stanley: Vermögensverwaltung bleibt Trumpf
Morgan Stanley übertraf die Analystenerwartungen mit einem Gewinn je Aktie von 2,13 USD (+7,6 % gegenüber Prognose). Das Tradinggeschäft entwickelte sich solide: +23 % bei Aktien, +9 % bei Anleihen – laut Konzern nutzten Großkunden gezielt Kursrücksetzer aus.
Die Beratungssparte (M&A) schwächelte aufgrund fehlender Großtransaktionen, doch der IPO-Markt zieht wieder an. Im Wealth Management wächst Morgan Stanley um 14 % – im Gegensatz zu Goldman Sachs, wo dieser Bereich stagniert. Der Umsatz der Sparte beträgt 7,8 Mrd. USD, mit einer Vorsteuermarge von starken 28,3 %. Die Bank bleibt mit 8.200 Mrd. USD verwaltetem Vermögen Branchenprimus.
Fazit: Starke Zahlen, breite Kapitalbasis
Alle drei Institute zeigen zweistellige Eigenkapitalrenditen und verfügen über solide Kapitalquoten (CET1):
Bank of America: 11,5 %
Morgan Stanley: 15 %
Goldman Sachs: 14,5 %
Die Erwartungen wurden durchweg übertroffen – vor allem dank starker Trading-Umsätze bei Aktien. Bank of America und Goldman Sachs meldeten Rekorde, während Goldman und Morgan Stanley als marktnahe Hybride besonders von der Volatilität profitierten.
Alle drei Häuser verzeichnen Rekorde bei verwaltetem Vermögen und verfügen über ausreichend Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe – was Investoren auch künftig freuen dürfte.


























