Die südafrikanische Zentralbank erklärte am Mittwoch, dass sie davon ausgeht, dass das Finanzsystem des Landes trotz der Risiken durch die weltweiten Wahlen, der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der schwachen inländischen Marktbedingungen widerstandsfähig bleibt.

Da in diesem Jahr in mehr als 70 Ländern Wahlen anstehen - darunter auch in Südafrika im vergangenen Monat - hat die südafrikanische Zentralbank erklärt, dass die daraus resultierenden möglichen politischen Veränderungen die Volatilität der Märkte erhöht haben.

Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) hat bei den Wahlen auf nationaler und Provinzebene am 29. Mai zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten seine Mehrheit verloren.

Der ANC erklärte am Mittwoch, dass er zu einer Regierung der nationalen Einheit mit mehreren Parteien neige, was zuletzt beim Fall der Apartheid im Jahr 1994 der Fall war.

Der Rand wird seit letzter Woche unregelmäßig gehandelt, da die Investoren von den Wahlergebnissen erfahren haben.

Um 1331 GMT notierte der Rand bei 18,89 gegenüber dem Dollar und damit etwa 0,9% schwächer als bei seinem letzten Schlusskurs nach einer Pressekonferenz des ANC, auf der die Partei über ihren künftigen Kurs sprach.

Die Partei hat u.a. Gespräche mit der wirtschaftsfreundlichen Demokratischen Allianz und den linksradikalen Economic Freedom Fighters geführt.

Die Zentralbank erklärte in der ersten Ausgabe ihres Financial Stability Review, dem halbjährlichen Gesundheitscheck des Finanzsystems, dass das hohe Engagement in der Staatsverschuldung und die insgesamt schwache Haushaltslage die Widerstandsfähigkeit der Märkte untergraben.

Durch die Einführung einer Einlagensicherung und eines umfassenderen Stresstests für den Finanzsektor, der auch Banken und Versicherungen einschließt, wurden stetige Fortschritte bei der Stärkung des inländischen finanziellen Sicherheitsnetzes erzielt, so die Zentralbank.

Weltweit führten die geopolitischen Spannungen und die hartnäckigere Inflation dazu, dass einige Volkswirtschaften eine unterschiedliche Erholung erlebten, was die Volatilität der Märkte erhöhte.

Trotz dieser Risiken geht die Zentralbank davon aus, dass das Finanzsystem über den Prognosezeitraum bis Mai 2025 widerstandsfähig bleiben wird.