Berlin (Reuters) - Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland sind erstmals seit Juli 2023 wieder gestiegen.

Sie kletterten im April um 0,4 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Preise waren im März noch durchschnittlich um 2,2 Prozent gefallen, im Februar um 5,8 Prozent und im Dezember 2023 sogar um rund zehn Prozent. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Erzeugerpreise im Zuge anziehender Inflation für landwirtschaftliche Waren massiv gestiegen - im September 2022 um gut 39 Prozent.

Die Lage auf Herstellerebene kommt meist verzögert bei den Verbrauchern an. Lange Zeit war die Inflation bei Nahrungsmitteln überdurchschnittlich. Seit Jahresbeginn hingegen dämpfen die Preise hier die gesamte Teuerung. So kosteten Lebensmittel im Mai nur noch 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während die gesamte Inflationsrate in Deutschland auf 2,4 Prozent stieg.

Die Preise für pflanzliche Produkte stiegen im April auf Erzeugerebene um 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat, während die für tierische Erzeugnisse um 2,4 Prozent sanken. Getreide verbilligte sich um knapp 20 Prozent, während Wein 0,7 Prozent teurer wurde. Die Erzeugerpreise für Obst zogen überdurchschnittlich um 33 Prozent an. Teurer wurden hier vor allem Erdbeeren mit einem Plus von 40,4 Prozent und Tafeläpfel mit plus 37,7 Prozent. Gemüse insgesamt kostete 0,4 Prozent weniger, wobei insbesondere für Tomaten (+41,6 Prozent) und Kohlgemüse (+43,2 Prozent) deutlich mehr bezahlt werden musste. Speisekartoffeln verteuerten sich sogar um fast 54 Prozent.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)