Vorerst zeigt sich die erste vollständige Handelswoche des Jahres 2026 in Grün – dank der Gewinne vom Montag und Dienstag. Seither ist das Bild weniger klar. Die Sitzung am Donnerstag endete insgesamt seitwärts: leicht im Plus für den US-amerikanischen S&P 500, den französischen CAC 40, den Schweizer SMI und den deutschen DAX, jedoch schwächer für Indizes mit hohem Technologieanteil wie den US-Nasdaq oder den niederländischen AEX. Das KI-Thema, das in den ersten drei Sitzungen des Jahres noch für Furore gesorgt hatte, verlor gestern an Höhe – und riss das gesamte Ökosystem mit nach unten, vom Branchenprimus Nvidia (-2,15%) über den Ausrüster für Chipfertigung ASML (-3,7%) bis hin zum Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur Schneider Electric. Puristen werden zu Recht einwenden, dass Schneider weit mehr ist als nur ein Rechenzentrumslieferant – aber genau diese Rolle wurde dem Unternehmen im derzeitigen KI-Boom-Narrativ zugewiesen.
Wie ich diese Woche mehrfach – vermutlich zur Ermüdung der Leserschaft – festgestellt habe, ist der Verteidigungssektor der große Gewinner des jungen Jahres 2026. In Europa stammen acht der zehn größten Kursgewinner im Stoxx Europe 600 aus dem Verteidigungsbereich, mit Kurszuwächsen zwischen 19,3% bei Saab und 15,7% bei Thales. Inmitten der zahlreichen Unsicherheiten scheint der weltweite Anstieg der Militärausgaben der einzige unumkehrbare Trend zu sein.
Auf der makroökonomischen Seite blieben die Renditen von US-Staatsanleihen in den vergangenen Tagen relativ stabil – im Vorfeld der für den heutigen Nachmittag erwarteten Veröffentlichung der aktuellen monatlichen Arbeitsmarktdaten. Bemerkenswert war derweil die Erholung hypothekenbesicherter Wertpapiere, nachdem Donald Trump überraschend ein Rückkaufprogramm in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar für derartige Anleihen angekündigt hatte. Zwei zentrale Ereignisse stehen heute auf der Agenda. Eines ist sicher: die Veröffentlichung der US-Beschäftigungsdaten für Dezember. Das andere ist ungewiss, könnte jedoch weitreichendere Folgen haben: Der Oberste Gerichtshof könnte noch heute über die Rechtmäßigkeit eines großen Teils der von Donald Trump verhängten Zölle entscheiden. Rechtsexperten halten eine Aufhebung für wahrscheinlich, nachdem mehrere Richter sich in den Anhörungen im November skeptisch geäußert hatten. Die US-Regierung würde wohl versuchen, die Maßnahme auf anderem Wege neu zu legitimieren, doch eine Aufhebung hätte tiefgreifende Auswirkungen und könnte Rückzahlungen in Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Dollar an unrechtmäßig erhobenen Abgaben nach sich ziehen – ein umfassendes Programm, das auch bestehende Handelsabkommen an verschiedenen Stellen infrage stellen könnte.
Auch auf der Makroseite, diesmal in China, wurde für den Dezember eine jährliche Inflation von 0,8% gemeldet (Konsens: 0,9%), während die Erzeugerpreise weiter rückläufig waren – wenn auch etwas weniger stark als erwartet (-1,9%). Die monatliche Inflation zog leicht an, was jedoch allein auf steigende Lebensmittelpreise zurückzuführen war – ein übergreifender Trend zeichnet sich nicht ab. Kurz gesagt: Die chinesische Wirtschaft zeigt weiterhin keine Anzeichen einer Beschleunigung.
Der Ölmarkt ist derzeit von Verwirrung geprägt. Nach einem Einbruch zu Wochenbeginn – ausgelöst durch die Aussicht auf ein größeres Angebot, falls die USA das venezolanische Rohöl selbst vermarkten – kam es inzwischen zu einer kräftigen Erholung der Preise. Die Furcht vor einer Verschärfung geopolitischer Spannungen hat alte Sorgen über Angebotsunterbrechungen neu entfacht. Exakt das Gegenteil der Marktlogik vom Montag. Tatsächlich ist der Ölmarkt ein komplexes Gebilde mit oft divergierenden Interessen seiner zahlreichen Akteure. Donald Trump etwa wünscht sich niedrige Ölpreise – was sich jedoch negativ auf den nordamerikanischen Petrochemiesektor auswirkt, der höhere Kosten als seine globalen Wettbewerber trägt. US-Schieferölunternehmen haben das Weiße Haus bereits vor den dramatischen Folgen gewarnt, die ein Zustrom venezolanischen Rohöls für inländische Förderer hätte.
Unternehmensseitig rückt eine mögliche Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore in den Fokus, die einen Rohstoffriesen schaffen könnte – zu einem Zeitpunkt, da natürliche Ressourcen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Die beiden Konzerne, deren frühere Verhandlungen gescheitert waren, prüfen nun ein aktienbasiertes Modell, bei dem Rio Tinto Glencore übernehmen würde. Die Nachricht sorgte für fallende Kurse bei Rio und einen Kurssprung bei Glencore – das Unternehmen scheint im derzeit diskutierten Deal besser positioniert zu sein.
In der Asien-Pazifik-Region konnten die japanischen Märkte nach zwei schwächeren Sitzungen wieder zulegen, der Nikkei 225 schloss 1,5% höher. Auch in Hongkong und auf dem chinesischen Festland überwogen grüne Vorzeichen. In Südkorea setzt der KOSPI seinen Aufwärtstrend unbeirrt fort. Die europäischen Märkte dürften leicht fester eröffnen.
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Wirtschaftliche Höhepunkte:
Die gesamte Agenda gibt es hier.
- EUR / USD: 1,16 $
- Gold: 4.472,07 $
- Rohöl (Brent): 62,67 $
- Anleihe Vereinigte Staaten 10 Jahre: 4,18 %
- BITCOIN: 90.900,2 $
In den Nachrichten:
- Volkswagen führt die deutschen Zulassungen von Elektroautos an und überholt dabei Tesla.
- Mtu aero engines hat zur Refinanzierung und für allgemeine Unternehmenszwecke wandelbare, zinsfreie Anleihen im Wert von 600 Millionen Euro ausgegeben.
- Teamviewer erreichte sein Umsatzziel für 2025 mit einem Pro-forma-Umsatz von 767 Millionen Euro.
- Tkms prüft den unverbindlichen Kauf der deutschen Werft Gnyk.
- Puma stieg nach Gerüchten, dass Anta sports ein Übernahmeangebot für den 29%-Anteil der Familie Pinault eingereicht habe.
- Unicredit platzierte vorrangige Anleihen im Wert von 2 Milliarden Euro in zwei Tranchen.
- Tecan meldete für 2025 einen Umsatzrückgang von 5,5 % auf 882,5 Millionen CHF.
- Sunrise plant den Abbau von bis zu 190 Stellen.
- Directa sim verzeichnete starkes Wachstum und verwaltet Kundengelder in Höhe von 9,7 Milliarden Euro.
- Johnson & johnson einigte sich mit der US-Regierung auf niedrigere Medikamentenpreise im Gegenzug für Zollbefreiungen.
- Merck verhandelt über die Übernahme von Revolution medicines für 28 bis 32 Milliarden US-Dollar.
- Conocophillips-CEO Ryan Lance wird im Weißen Haus über die venezolanische Ölproduktion sprechen.
Weitere Nachrichten von Unternehmen, die in Deutschland notiert sind, finden Sie hier.
Analystenempfehlungen:
- Deutsche Börse Ag: RBC Capital hält an seiner Empfehlung zur Sektorperformance fest und erhöht das Kursziel von 228 auf 235 EUR.
- Redcare Pharmacy Nv: Deutsche Bank hält an seiner Kaufempfehlung fest und reduziert das Kursziel von EUR 214 auf EUR 200.
- Knorr-Bremse Ag: Deutsche Bank hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 100 auf 108 EUR.
- Flatexdegiro Se: Goldman Sachs hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 38 auf 43 EUR.
- Bmw Ag: Jefferies hält an seiner Halte-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 88 auf 100 EUR.
- Porsche Ag: Jefferies hält an seiner Halte-Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 40 auf 45 EUR.
- Mercedes-Benz Group Ag: Barclays hält an seiner Empfehlung zur Marktgewichtung fest und erhöht das Kursziel von 52,50 auf 55 EUR.
- Mtu Aero Engines Ag: UBS hält an seiner neutralen Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 390 auf 400 EUR.
- Hannover Re: Morgan Stanley stuft von Übergewichtung auf Marktgewichtung mit einem von 300 EUR auf 270 EUR reduzierten Kursziel.
- Allianz Se: Morgan Stanley hält an seiner Empfehlung für Marktgewichtung fest und erhöht das Kursziel von 340 auf 370 EUR.
- Auto1 Group Se: Goldman Sachs hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 37 EUR auf 39 EUR.
- Dws Group Gmbh & Co. Kgaa: Citi hält an seiner neutralen Empfehlung fest und erhöht das Kursziel von 59 EUR auf 62 EUR.
- Heidelberg Materials Ag: UBS hält an seiner Kaufempfehlung fest und erhöht das Kursziel von 230 auf 260 EUR.
- Deutsche Bank Ag: JP Morgan hält an seiner Empfehlung zur Übergewichtung fest und erhöht das Kursziel von 38,40 auf 40 EUR.



















