Ausblick: Mit einer Konsolidierung der hohen Vortagesgewinne rechnen Händler am Mittwoch an den europäischen Aktienmärkten. Im DAX deuten die Terminkontrakte eine Eröffnung über 24.400 Punkten an. Die Vorlagen aus Asien sind gut, in den USA blieben die Renditen der Staatsanleihen zumeist unverändert. Erneut waren Treiber der Rally die US-Tech-Werte, wo die Chip-Aktien Nasdaq Composite und den S&P-500 auf Rekordhochs trieben. Allein seit Ende März ist der Haupt-Index der Branche, der Philadelphia Semiconductor Index um 54 Prozent gestiegen - die beste Performance seit den Neue-Markt-Zeiten im Jahr 2000. Sie profitieren von den massiven Investitionen in den Sektor wie beispielsweise für Datencenter. Europa ist hier zumeist dünn aufgestellt. Aus China kamen am Morgen gute Daten vom Einkaufsmanager-Index für den Service-Bereich. Dank einer Beruhigung bei den Ölpreisen steigt aber auch wieder die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer für den breiten Aktienmarkt. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die USA die Eskortierung des kommerziellen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, die die Spannung mit dem Iran nochmals erhöht hatte, aussetzen werden und dass ein Abkommen kurz bevorstehe. Dazu läuft die Berichtssaison auf Hochtouren.

Rückblick: Vor allem gute Unternehmenszahlen trieben die Indizes an. Zudem kamen die Ölpreise wieder etwas von den jüngsten Hochs zurück. Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten am Vortag schürten zwar Ängste. Wohlwollend nahmen Händler aber zur Kenntnis, dass US-Präsident Donald Trump bislang darauf verzichtet hat, Teheran einen Waffenstillstandsbruch vorzuwerfen. Derweil eskortierte die US-Marine ein Containerschiff durch die Straße von Hormus. Schlagzeilen wie diese machten Hoffnung, dass die US-Marine Schiffe gegen iranischen Widerstand durch die Meerenge geleiten könnte. AB Inbev zogen um 9,3 Prozent an. Die Belgier steigerten zur Überraschung des Marktes den Bierabsatz. Unicredit legten um 5,9 Prozent an. Die Italiener hatten nicht nur gute Geschäftszahlen vorgelegt, sondern auch noch die Jahresprognose erhöht. BT Group kletterten um 1,7 Prozent. Bank of America hatte die Aktie hochgestuft. Vodafone ermäßigten sich dagegen um 2,2 Prozent. Der Telekommunikationskonzern übernimmt die vollständige Kontrolle über die Tochter VodafoneThree - der Kaufpreis liegt bei 4,3 Milliarden Pfund.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Sehr fest - Klares Schlusslicht im DAX stellten Fresenius Medical Care mit einem Abschlag von 10,7 Prozent dar - nach insgesamt unspektakulär ausgefallenen Geschäftszahlen. Das operative Ergebnis verringerte sich um 14 Prozent. Der Kurs der Mutter Fresenius fiel um 3,4 Prozent. DAX-Tagessieger waren Infineon mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent. Im MDAX lag mit Aixtron eine weitere Chip-Aktie auffallend fest im Markt, sie verteuerte sich um 7 Prozent. Rheinmetall legten um 3,4 Prozent zu. Die Auftragsbücher sind derzeit so voll, dass der Rüstungskonzern mit der Produktion nicht mehr hinterherkommt. Schaeffler stiegen um 7,6 Prozent. Der Automobilzulieferer hatte sowohl auf der Umsatz- als auch der Gewinnseite besser abgeschnitten als befürchtet. Im DAX ging es für Continental im Sektor um 1,9 Prozent nach oben. Hugo Boss schlossen nach volatilem Handel 0,5 Prozent im Plus. Die DZ Bank konstatierte eine Straffung der Sortimente und eine Verbesserung der Vertriebsqualität. Einen Satz um 15,7 Prozent machten Hochtief. Die Nachfrage nach Kapazität für Rechenzentren sei weiterhin deutlich höher als das Angebot, so Analysten.

XETRA-NACHBÖRSE

Laut einem Händler von Lang & Schwarz hat sich keine deutsche Aktie nach Börsenschluss auffällig gezeigt. Es habe auch keine handelbaren Nachrichten gegeben.

USA - AKTIEN

Freundlich - Einen Treiber stellte vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen dar. Für Mike Wilson von Morgan Stanley ist diese derzeit wichtiger als Ölpreis oder Zinstrend. Die Lage im Nahen Osten blieb angespannt - schien aber aktuell nicht mehr stark zu belasten, zumal die Ölpreise wieder etwas zurückkamen. Wohlwollend nahmen Händler zur Kenntnis, dass US-Präsident Donald Trump nach den militärischen Auseinandersetzungen des Vortages bislang darauf verzichtete, Teheran einen Waffenstillstandsbruch vorzuwerfen. Die Konjunkturdaten des Tages waren allesamt etwas schwächer als gedacht ausgefallen, aber eine echte Enttäuschung und damit Störfeuer für den Aktienmarkt lieferten sie nicht. Palantir Technologies verbuchte den größten jährliche Zuwachs über Markterwartungen. Für die Aktie ging es dennoch um 6,9 Prozent nach unten. Die hohe Bewertung bleibe trotz starker Umsätze ein Anlass zur Sorge, urteilte Jefferies. Intel schossen um 13 Prozent empor. Treiber war ein Bericht, wonach Apple Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung Electronics über die Produktion von Hauptprozessoren führe. Apple tendierten 2,7 fester. PayPal plant, in den nächsten zwei bis drei Jahren 20 Prozent ihrer Belegschaft abzubauen, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person mitteilte. Der Kurs sackte um 7,8 Prozent ab.

USA - ANLEIHEN


US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,94  -0,02       3,96            3,92 
5 Jahre             4,08  -0,02       4,09            4,05 
10 Jahre            4,42  -0,02       4,44            4,40 
 

Für etwas Entspannung sorgten leicht gesunkene Renditen am Anleihemarkt. Am Vortag waren die Renditen stärker gestiegen, angetrieben von Spekulationen über einen steigenden Finanzierungsbedarf im Vorfeld der am Mittwoch anstehenden entsprechenden Mitteilung des US-Finanzministeriums. Hintergrund sind die Kosten des Kriegs gegen den Iran, dazu kommen mögliche Rückforderungen von Trump'schen Importzöllen, die das Oberste US-Gericht inzwischen als rechtswidrig deklariert hat.

+++++ DEVISENMARKT +++++


DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 18:16 
EUR/USD          1,173   +0,3    0,0038          1,1692     1,1701 
EUR/JPY         183,44   -0,6   -1,1500        184,5900   184,5600 
EUR/CHF         0,9152   -0,0   -0,0004          0,9156     0,9154 
EUR/GBP         0,8633    0,0    0,0000          0,8633     0,8624 
USD/JPY         156,38   -0,9   -1,4900        157,8700   157,7100 
GBP/USD          1,358   +0,3    0,0041          1,3539     1,3564 
USD/CNY          6,818   -0,2   -0,0120          6,8300     6,8300 
USD/CNH         6,8197   -0,1   -0,0070          6,8267     6,8270 
AUS/USD         0,7242   +0,8    0,0060          0,7182     0,7189 
Bitcoin/USD  81.245,98   -0,5   -390,13       81.636,11  81.466,04 
 

Der Dollar-Index legte um 0,1 Prozent zu.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE


Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          4.652,27   +2,1     96,23        4.556,04 
Silber           75,60   +3,8      2,78           72,82 
Platin        1.996,35   +2,2     43,45        1.952,90 
 

Gold verteuerte sich mit gesunkenen Marktzinsen um 0,8 Prozent.

ÖL


ROHÖL          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex       101,28   -1,0     -0,99          102,27 
Brent/ICE       108,43   -1,3     -1,44          109,87 
 

Die Rohölpreise sanken um knapp 4 Prozent, nachdem die USA signalisiert hatten, dass eine brüchige Waffenruhe mit dem Iran trotz jüngster Angriffe halte. Die Militäraktionen des Iran seien nicht von einem Ausmaß, das eine Wiederaufnahme des Krieges rechtfertige, sagte General Dan Caine, der Vorsitzende des Generalstabs. Verteidigungsminister Pete Hegseth fügte hinzu, die USA hofften weiterhin, dass der Iran einem Abkommen zustimmen werde.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

KONJUNKTUR CHINA

Chinas privater Indikator für die Dienstleistungsaktivität ist im April stärker gewachsen und steht damit im Gegensatz zum offiziellen Index, der eine Kontraktion zeigte. Der Ratingdog Services Purchasing Managers' Index stieg laut einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung im April auf 52,6 nach 52,1 im März. Der Index liegt seit mehr als drei Jahren über der 50-Punkte-Marke, die Expansion von Kontraktion trennt.

FRESENIUS

Der Gesundheitskonzern hat nach einem soliden Auftaktquartal seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 bekräftigt. In den Monaten Januar bis März wuchs der DAX-Konzern organisch um 5 Prozent auf 5,744 Milliarden Euro. Analysten hatten im Mittel 5,81 Milliarden Euro Umsatz prognostiziert. Für das erste Quartal wurden folgende Eckdaten bekannt gegeben (Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Marge in Prozent, Bilanzierung nach IFRS):


.                               BERICHTET   PROG  PROG 
1. QUARTAL                     1Q26  ggVj   1Q26  ggVj   1Q25 
Umsatz                        5.744   +2%  5.810   +3%  5.631 
EBIT                            678   +4%    682   +4%    654 
EBIT-Marge                     11,8    --   11,7    --   11,6 
Ergebnis nach Steuern/Dritten   460  +11%    436   +5%    416 
Ergebnis je Aktie              0,82  +11%   0,77   +4%   0,74 
 

FRESENIUS / SAP

Fresenius investiert gemeinsam mit SAP in Avelios Medical und baut damit seine im Januar dieses Jahres angekündigte strategische Partnerschaft mit dem Software-Konzern weiter aus. Avelios Medical entwickelt ein modulares Krankenhausinformationssystem, das klinische und administrative Prozesse digitalisiert, wie der Bad Homburger Konzern weiter mitteilte. Die beiden DAX-Konzerne wollen ein offenes, interoperables und KI-gestütztes digitales Gesundheitsökosystem für Deutschland und Europa aufbauen.

FRESENIUS KABI

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May 06, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)